7.4-Tropennächte

Einheit: [Anzahl Nächte]
Stand: 31.12.2019

Bezug zum Klimawandel

Sommerlich hohe Lufttemperaturen bergen für Mensch und Umwelt ein hohes Schädigungspotenzial. Der Klimawandel kann vermehrt zu extremer Hitze am Tag und in der Nacht führen, wodurch sich die gesundheitlichen Risiken für bestimmte Personengruppen erhöhen können. Für die Gesundheit von besonderer Bedeutung sind Phasen mit mehrtägig anhaltender, extremer Hitze gepaart mit dem Auftreten von Tropennächten. Dadurch kann sich der Körper nachts im Schlaf nicht erholen.

Definition und Berechnung

Eine Tropennacht ist eine Nacht (18 bis 06 UTC), in der das Minimum der Lufttemperatur größer gleich 20 °C beträgt.

Als Indikator wird das NRW-Gebietsmittel für die mittlere Anzahl der Tropennächte pro Jahr verwendet. Dazu werden die Gebietsmittel aus Flächenkarten der Anzahl der Tropennächte berechnet. Diese basieren auf Messungen des Deutschen Wetterdienstes und wurden unter Berücksichtigung der Geländetopographie auf ein Raster von 1 km × 1 km interpoliert. Die Karten liegen in jährlicher Auflösung vor und beziehen sich auf den Zeitraum von 1951 bis zum aktuellen Jahr. Zur Bestimmung der Gebietsmittel wurden die Flächenkarten über Nordrhein-Westfalen gemittelt.

Es werden die Flächenmittel Nordrhein-Westfalens dargestellt da davon ausgegangen wird, dass die Zeitreihen der Kenntage in NRW an allen Stationen nahezu parallel verlaufen, lediglich um die sich aus der Höhenlage ergebende Differenz auf der Temperaturachse verschoben. Die Temperatur nimmt in NRW im Mittel je 100 m Höhe um 0,6 K ab. Die Zeitreihen einiger Standorte können gelegentlich durch lokale Effekte, wie z.B. Tallagen, Nord- und Südhänge sowie Fönlagen, leichte Abweichungen zeigen.

Mit diesem Indikator kann nicht die nächtliche Wärmebelastung in der Stadt abgebildet werden. Tropennächte treten in Städten und Ballungsräumen sehr viel häufiger auf, als die Mittelwerte für Nordrhein-Westfalen zeigen können.

Dargestellt werden die Tropennächte in der Einheit "mittlere Anzahl pro Jahr" und dem Zeitraum von 1951 bis heute. Die Mittelwerte für die Zeitreihen sowie der Klimanormalperioden im Messzeitraum werden tabellarisch aufgelistet. Für die Zeitreihe erfolgt eine Trendberechnung nach dem Mann-Kendall-Test. Ein signifikanter Trend wird als lineare Trendgerade in der Grafik dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Tagen über die Zeitreihe berechnet.

Zeitreihe und Trend

Über den Zeitraum 1951-2019 traten in Nordrhein-Westfalen im Mittel 0,4 Tropennächte pro Jahr auf. Aktuell (letzte 30-Jahr-Periode 1990-2019) werden 0,6 Tropennächte im Jahr registriert. Der Vergleich dieser Mittelwerte und der aller Klimanormalperioden aus unten stehender Tabelle lässt auf eine Zunahme der Tropennächte schließen - auch wenn für alle Zeiträume die Anzahl der Tropennächte für ganz Nordrhein-Westfalen im Mittel unter einer Nacht pro Jahr liegt.

Bei Betrachtung der Zeitreihe ist trotz großer Variabilität seit 1951 ebenfalls eine leichte Zunahme der Tropennächte in der Größenordnung von einem halben Tag in Nordrhein-Westfalen zu erkennen (Differenz zwischen Anfang und Ende der jeweiligen Trendlinie). Der Trend ist nach dem Mann-Kendall-Test statistisch hochsignifikant.

2019 zeichnet sich mit 1,6 Tropennächten als überdurchschnittlich warm aus.

Nachfolgende Tabelle zeigt die mittlere Anzahl der Tropennächte verschiedener 30-Jahr-Zeiträume sowie für den gesamten Messzeitraum ab 1951:

Zeitraum Zeitreihe
ab 1951
1951-1980 1961-1990 1971-2000 1981-2010 1990-2019
Mittelwert [Anzahl Nächte] 0,4 0,2 0,2 0,4 0,5 0,6


Abb.:
Tropennächte [Anzahl] in NRW seit 1951