4.3-Humusvorrat

Einheit: [Tonnen pro Hektar]
Stand: 31.12.2018

Bezug zum Klimawandel

Die durch den Klimawandel veränderten Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse wirken sich unmittelbar auf den Boden aus. Die Bodentemperatur, der Bodenwasserhaushalt und das Bodengefüge verändern sich, was sich letztendlich auch in veränderten Humusgehalten und Humusvorräten zeigen kann. Insbesondere für die Landwirtschaft hat die Veränderung der Humusgehalte in Ackerböden eine besondere Bedeutung.

Definition und Berechnung

Seit 2009 führt das LANUV gemeinsam mit dem Geologischen Dienst (GD), der Landwirtschaftskammer NRW (LWK) und der Universität Bonn ein Bodenmonitoring auf Ackerflächen durch. An insgesamt 45 Untersuchungsflächen wird der Humusvorrat alle drei Jahre gemessen. Dabei liegen jeweils 15 Untersuchungsflächen im Niederrheinischen Tiefland, in der Rheinischen und in der Westfälischen Bucht. In diesen Regionen ist der Anteil der ackerbaulich genutzten Flächen besonders hoch. Bei der Auswahl der Untersuchungsflächen wurden die Bodenart, die prognostizierte Bodentemperatur sowie Niederschlagsveränderungen und die Bewirtschaftung berücksichtigt.

Bisher wurden vier Erfassungen des Humusgehalts im Rahmen des Bodenmonitorings durchgeführt. Dargestellt wird der Humusvorrat in Tonnen pro Hektar bis 60 cm Tiefe (Ober- und Unterboden) als Mittelwert über die 15 Untersuchungsflächen des jeweiligen Naturraumes.

Zeitreihe und Trend

Im Zeitraum von 2009 bis 2012 nehmen die Vorräte in den lössdominierten Naturräumen Niederrheinisches Tiefland (NT) und Rheinische Bucht (RB) ab und steigen im Weiteren bis 2018 wieder kontinuierlich an. Dagegen sind die Humusvorräte in der Westfälischen Bucht (WB) als relativ stabil zu betrachten. Der Betrachtungszeitraum ist aber zur Erfassung von Veränderungen des Humusvorrates noch sehr kurz. Darum findet keine Trendberechnung statt.

Ein Vergleich der Regionen zeigt, dass trotz der eher sandigen Böden der Westfälischen Bucht die Humusvorräte deutlich über den Humusvorräten der Rheinregionen mit ihren fruchtbaren Lössböden liegen. Einen entscheidenden Einfluss auf den Humusgehalt der Böden haben neben dem Klima die Bewirtschaftung und die (ehemaligen) Grundwasserstände. Einige der Böden im Untersuchungskollektiv aus der Westfälischen Bucht haben (früher) hohe Grundwasserstände gehabt und enthalten daher "historisch bedingt" höhere Kohlenstoffvorräte und damit Humus.


Abb.:
Humusvorrat zwischen 2009 und 2018 in drei Naturräumen in NRW