7.1-Wärmebelastung

Einheit: [Anzahl Tage]
Stand: 31.12.2019

Bezug zum Klimawandel

Höhere Lufttemperaturen durch den Klimawandel wirken sich auf die menschliche Gesundheit aus. Vor allem während des Sommers können extreme Temperaturen hitzebedingte Belastungen und Krankheiten hervorrufen.

Definition und Berechnung

Die Körpertemperatur des Menschen ist auf einen relativ konstanten Wert festgelegt, der durch Thermoregulationsmechanismen geregelt wird. Durch externe Einflüsse, wie sommerliche hohe Temperaturen können diese beeinträchtigt werden und thermische Belastungen und Krankheiten auftreten. Das Wärmeempfinden des Menschen wird dabei nicht nur durch die Lufttemperatur beeinflusst. Es wirken weitere Faktoren auf die thermische Behaglichkeit ein, wie die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit und die Strahlungstemperatur (z. B. Unterschied zwischen Aufenthalt in der Sonne / im Schatten). Daher wird die Wärmebelastung über die „gefühlte Temperatur“ bestimmt, die diese Faktoren berücksichtigt.

Die Berechnung erfolgt durch den DWD anhand des Klima-Michel-Modells. Als Indikator wird die Anzahl der Tage mit Wärmebelastung an den Flughafenstationen Köln-Bonn und Düsseldorf verwendet. Ein Tag mit Wärmebelastung wird registriert, wenn um 12 Uhr UTC (Coordinated Universal Time- koordinierte Weltzeit) der Schwellenwert von 32 °C gefühlter Temperatur an der betrachteten Station überschritten wird.

Dargestellt werden die Tage mit Wärmebelastung in Köln-Bonn und Düsseldorf seit 1971. Die Mittelwerte der Klimanormalperioden im Messzeitraum werden tabellarisch aufgelistet. Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach dem Mann-Kendall-Test. Ein signifikanter Trend wird als lineare Trendgerade in der Grafik dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Tagen über die Zeitreihe berechnet.

Zeitreihe und Trend

Im Mittel traten über den Gesamtmesszeitraum 1971-2019 in Köln-Bonn 12 Tage, in Düsseldorf 9 Tage pro Jahr mit Wärmebelastung auf. Die Anzahl der Tage mit Wärmebelastung zeigt an beiden Stationen eine hohe Variabilität. Jahre mit besonders warmen Sommern wie 1982, 1983, 1994, 1995, 2003, 2006 und 2018 treten an beiden Stationen besonders hervor. Es ist bisher kein signifikanter Trend feststellbar. Tendenziell findet an beiden Stationen eine leichte Zunahme der Tage mit Wärmebelastung über den Gesamtzeitraum statt. In Köln traten 2018 darüber hinaus mit 28 Tagen so viele Tage mit Wärmebelastung wie noch nie seit Beginn der Messungen auf. 2019 lag mit 15 (Düsseldorf) bzw. 16 (Köln-Bonn) Tagen ebenfalls über dem Durchschnitt.

Folgende Tabelle listet die Mittelwerte der Anzahl der Tage mit Wärmebelastung in Köln-Bonn und Düsseldorf für verschiedener 30-Jahr-Zeiträume sowie für den gesamten Messzeitraum (1971-2019) auf:

Zeitraum Zeitreihe
ab 1971
1971-2000 1981-2010 1990-2019
Mittelwert Düsseldorf [Anzahl Tage] 9 9 10 10
Mittelwert Köln-Bonn [Anzahl Tage] 12 11 12 13


Abb.:
Wärmebelastung