5.1-Beginn der Apfelblüte

Einheit: [Tag im Jahr]
Stand: 31.12.2019

Bezug zum Klimawandel

Das Eintrittsdatum bestimmter Phasen in der Pflanzenentwicklung, in diesem Falle der Apfelblüte, ist insbesondere von der Temperatur abhängig. Aus langjährigen Beobachtungen kann damit der Einfluss veränderter klimatischer Bedingungen auf die Entwicklung von Pflanzen und Ökosystemen ermittelt werden. Anders als direkte Temperaturmessungen spiegelt die Phänologie also eine Reaktion der Natur auf ihre Umwelt wider. Daher ist sie ein wichtiger und besonders sensitiver Bioindikator für den Klimawandel.

Phänologische Beobachtungen an Pflanzen mit Aussagekraft für Temperaturveränderungen sind vor allem in gemäßigten Klimazonen möglich, da hier die Temperatur ausschlaggebend für den Eintritt der verschiedenen Entwicklungsphasen ist. Vor allem die Frühlingsphasen zeichnen sich durch eine starke Korrelation mit der Temperatur aus (maßgeblich ist die Temperatur der einer Entwicklungsphase vorausgehenden 2-3 Monate.); der Eintritt der Herbstphasen dagegen wird von zahlreichen anderen Faktoren (z.B. Niederschlagsmenge im Sommer, Einstrahlung etc.) mitbestimmt.

Definition und Berechnung

Die Apfelblüte zeigt den Eintritt des sogenannten Vollfrühlings an. Als Indikator wird der Blühbeginn der Apfelblüte (Kalendertag) als Gebietsmittel für NRW verwendet. Das Gebietsmittel für NRW wird als Mittelwert aus den Daten der Sofort- und Jahresmelder der phänologischen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für NRW berechnet.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erhebt deutschlandweit aktuell an ca. 1.000 Stationen Beobachtungsmeldungen an Obstbäumen und -sträuchern. In NRW umfasst das Beobachtungsnetz seit 1951 etwa 700 Stationen, davon sind noch 77 aktiv, an denen die Apfelblüte erfasst wird.

Die Darstellung erfolgt als Zeitpunkt des Beginns der Apfelblüte als "Tag im Jahr" mit linearer Trendbetrachtung über den gesamten Zeitraum seit 1951. Die Mittelwerte der Klimanormalperioden im Messzeitraum werden tabellarisch aufgelistet. Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach dem Mann-Kendall-Test. Ein signifikanter Trend wird als lineare Trendgerade in der Grafik dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Tagen über die Zeitreihe berechnet.

Zeitreihe und Trend

Über den Zeitraum 1951-2019 begann die Apfelblüte in Nordrhein-Westfalen im Mittel am 119. Tag im Jahr (29. April). Das Auftreten dieser phänologischen Phase zeigt den für Klimagrößen typischen, stark variierenden Verlauf von witterungsgeprägten Ereignissen. Die Trendanalyse des Zeitraums von 1951 bis 2019 zeigt, dass sich die Apfelblüte in Nordrhein-Westfalen fast 16 Tage verfrüht hat. Dies entspricht etwa 2 Tagen pro Jahrzehnt. Der Trend ist nach dem Mann-Kendall-Test statistisch hochsignifikant. Selbst in „kühleren“ Jahren, wie 1996, 2001 und 2005 hat die Apfelblüte in Nordrhein-Westfalen noch vor dem 4. Mai (124. Tag im Jahr) begonnen, der als Mittelwert der Referenzperiode 1961 bis 1990 den Beginn des Vollfrühlings markiert. 2014 war das erste Jahr der Messreihe, in dem die Apfelblüte in Nordrhein-Westfalen bereits vor dem 10. April (100. Tag im Jahr) begann. 2019 liegt mit dem 15. April (115. Tag) ebenfalls sehr früh.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Mittelwerte für den Beginn der Apfelblüte verschiedener 30-Jahr-Zeiträume sowie für den gesamten Messzeitraum ab 1951:

Zeitraum Zeitreihe
ab 1951
1951-1980 1961-1990 1971-2000 1981-2010 1990-2019
Mittelwert [Tag im Jahr] 119 123 124 121 117 113


Abb.:
Beginn der Apfelblüte [Tag im Jahr] in NRW ab 1951