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Klimafolgenmonitoring

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 1.11 - Sonnenscheindauer

Einheit: [Stunden]
Stand: 31.12.2019
Indikatortyp (DPSIR): State
Datenquelle: DWD

Bezug zum Klimawandel

Durch den Klimawandel ändern sich nicht nur Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse, sondern auch die Zirkulationssysteme, die für die typischen Wetterwechsel in den gemäßigten Breiten sorgen. Durch sogenannte „blockierende Wetterlagen“ kann der typische Wechsel von Hochdruck und Tiefdruck verhindert werden, sodass sich über längere Zeitperioden Wetterlagen stationär halten. Je nachdem wie Hoch- und Tiefdruckgebiete zum Liegen kommen, kann es langanhaltende „Schönwetterphasen“ mit viel Sonnenschein in NRW geben.

Definition und Berechnung

Die Sonnenscheindauer beschreibt die Dauer der direkten Sonneneinstrahlung. Als Indikator wird das NRW-Gebietsmittel der Summe der Sonnenscheindauer in Stunden verwendet. Die Gebietsmittel werden aus Flächenkarten berechnet. Diese basieren auf Stationsmessungen des Deutschen Wetterdienstes und wurden auf ein Raster von 1 km × 1 km interpoliert. Die Karten liegen in jährlicher Auflösung vor und beziehen sich auf den Zeitraum von 1981 bis heute.

Zeitreihe und Trend

Im langjährigen Mittel (1951-2019) beträgt die Sonnenscheindauer 1502 Stunden im Jahr in NRW, in den letzten 30 Jahren (1990-2019) wurden im Mittel 1566 Sonnenstunden registriert. Im Vergleich zur ersten verfügbaren Klimanormalperiode 1951-1980 mit den letzten 30 Jahren 1990-2019 ergibt sich eine Zunahme um 109 Stunden.

Bei Betrachtung der Zeitreihe hat sich die Sonnenscheindauer von 1951 bis 2019 um 171 Stunden erhöht (Differenz zwischen Anfang und Ende der Trendlinie). Diese Zunahme ist nach dem Mann-Kendall-Test statistisch hochsignifikant.

Über die Gesamtzeitreihe spiegeln die 1950er bis 1980er Jahre den Zeitraum der “globalen Verdunkelung“ wider, da durch eine hohe Luftschadstoffbelastung die Intensität des Tageslichts bzw. der Sonneneinstrahlung reduziert war. Seit den 1980ern und 1990ern mit einer verstärkten Filterung von Abgasen und Luftschadstoffen hat sich die „globale Verdunkelung" reduziert, was auch im Anstieg der Sonnenscheinstunden zu sehen ist. Diese Abfolge lässt global in verschiedenen Regionen nachweisen (WILD 2009).

Einzelne Jahre wie 2018, 2003 und 1953 stechen mit besonders hohen Werten von über 1900 Stunden der Sonnenscheindauer im Jahr hervor. Diese Jahre werden auch mit einem überdurchschnittlich warmen und trockenen Sommer und blockierenden Wetterlagen in Verbindung gebracht.

Folgende Tabelle listet die Mittelwerte der Sonnenscheindauer der 30-Jahr-Perioden im Messzeitraum sowie für den gesamten Messzeitraum (1951-2019) auf:

Zeitraum Zeitreihe
ab 1951
1951-1980 1961-1990 1971-2000 1981-2010 1990-2019
Mittelwert [Stunden] 1502 1457 1440 1474 1512 1566

Grafische Darstellung

 

Abbildung  Sonnenscheindauer [Stunden] in NRW ab 1951

 © LANUV NRW 2021

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