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Klimafolgenmonitoring

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 1.10 - Unwetterwarnungen

Einheit: [Anzahl Tage]
Stand: 31.12.2019
Indikatortyp (DPSIR): Response
Datenquelle: DWD

Bezug zum Klimawandel

Die Temperaturzunahme wirkt sich unter anderem unmittelbar auf den Wasserdampfgehalt der Luft und mittelbar auf die Zirkulationssysteme der Erde aus. Eine steigende Verdunstung kann in manchen Regionen zu Dürren führen, in anderen Regionen zur Erhöhung der Niederschlagssummen. Dadurch kann es vermehrt zu Gewittern, Starkregen oder Dauerregen mit großen Niederschlagsmengen kommen. Darüber hinaus begünstigt die durch die Verdunstung zur Verfügung stehende Energiemenge möglicherweise die Entstehung von Stürmen.

Definition und Berechnung

Als Indikator wird die Anzahl der Tage mit Unwetterwarnungen für NRW verwendet. Unwetterwarnungen werden vom Deutschen Wetterdienst veröffentlicht. Die Warnungen werden u.a. auf Landkreisebene herausgegeben. Der DWD hat mehrere Warnstufen für auffällige Wetterlagen definiert, von denen für den Indikator zwei ausgewertet werden: die Warnung vor Unwettern = Stufe 3, sowie die Warnung vor extremen Unwettern = Stufe 4. Dabei ist ein Unwetter ein Sammelbegriff zur Bezeichnung von unterschiedlichen Extremwetterereignissen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor folgenden Unwettern, wobei dabei bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen: orkanartige Windböen, schwere Gewitter, heftiger Starkregen, ergiebiger Dauerregen, starker Schneefall, Glatteis und starkes Tauwetter.

Dabei ist zu beachten, dass Unwetterwarnungen amtliche Vorhersagen für Wettererscheinungen sind, die zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung führen können. Es handelt sich nicht um Daten zu tatsächlich eingetretenen Schadereignissen - auch wenn es nach einer Warnung in einer bestimmten Region mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einem Schadereignis kommen kann.

Dargestellt wird die Anzahl der Tage mit Unwetterwarnungen sowie mit Warnungen vor extremen Unwettern seit 2010, wenn für mindestens einen Landkreis in NRW eine Unwetterwarnung der entsprechenden Stufe vom DWD herausgegeben wurde. Da die Zeitreihen noch sehr kurz sind und sich das Warnmanagement innerhalb des Zeitraums verändert hat (DWD 2016), erfolgt keine Trendberechnung

Zeitreihe und Trend

Zwischen Januar 2010 und Dezember 2018 gab der DWD insgesamt 1792 Unwetterwarnungen der Stufen 3 und 4 in NRW aus. Dabei entfielen 1608 Warnungen auf die Warnstufe 3 „Warnung vor Unwettern“ und 184 Warnungen auf die Warnstufe 4 „Warnung vor extremen Unwettern“. In den Jahren 2014 und 2016 wurden mit mehr als 300 die mit Abstand meisten Warnungen für NRW herausgegeben. 2014 waren herausragende Witterungsereignisse der Pfingststurm ELA und die verheerenden Überschwemmungen im Juli in Münster. 2016 suchte eine Unwetterserie im Mai und Juni mit den Tiefs „Elvira“, „Friederike“ und „Lea“, ebenfalls mit extrem heftigen Starkregenfällen, weite Teile von NRW heim. 2019 lag mit 160 Warnungen unter dem Durchschnitt.

Quellen:

  • Pressekonferenz des Deutschen Wetterdienstes zum verbesserten Warnsystem am 14.07.2016. .
  • Warnkriterien für Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. .
  • Grafische Darstellung

     

    Abbildung  Anzahl der Tage mit Unwetterwarnungen und Warnung vor extremen Unwettern in NRW seit 2010

     © LANUV NRW 2021

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