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Bezug zum Klimawandel
Höhere Lufttemperaturen durch den Klimawandel wirken sich auf die menschliche Gesundheit aus. Vor allem während des Sommers können extreme Temperaturen hitzebedingte Belastungen und Krankheiten hervorrufen. Seit 2005 hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) - als Reaktion auf den Hitzesommer 2003 - einen Hitzewarndienst eingerichtet.
Definition und Berechnung
Als Indikator wird die Anzahl der Tage mit Hitzewarnung für NRW verwendet. Hitzewarnungen werden vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben, wenn mit Temperaturen zu rechnen ist, die thermische Belastungen verursachen. Die Warnungen werden auf Landkreisebene herausgegeben. Der DWD hat zwei Warnstufen definiert: die Warnung vor starker Wärmebelastung = Hitzewarnung, sowie die Warnung vor extremer Wärmebelastung = Warnung vor extremer Hitze. Eine starke Wärmebelastung tritt ein, wenn die gefühlte Temperatur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen den Wert 32 °C überschreitet und eine nicht ausreichende nächtliche Abkühlung erwartet wird. Als extreme Wärmebelastung werden Tage mit Überschreitung von 38 °C gefühlter Temperatur bezeichnet.
Die gefühlte Temperatur ist eine sogenannte Äquivalenttemperatur, die nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch weitere für das Wärmeempfinden des Menschen relevante Größen, wie zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt durch den DWD anhand des Klima-Michel-Modells. Der DWD hat den Hitzewarndienst seit 2005 eingerichtet. Die Daten stehen dem LANUV für die komplette Zeitreihe zur Verfügung.
Dargestellt wird die Anzahl der Tage mit Hitzewarnungen sowie mit Warnungen vor extremer Hitze seit 2005, wenn für mindestens einen Landkreis in NRW eine Hitzewarnung der entsprechenden Stufe vom DWD herausgegeben wurde. Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach dem Mann-Kendall-Test. Ein signifikanter Trend wird als lineare Trendgerade in der Grafik dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Tagen über die Zeitreihe berechnet.
Zeitreihe und Trend
Im Mittel über den Zeitraum 2005 bis 2015 traten in NRW 8 Tage mit Hitzewarnungen sowie etwa ein Tag mit "Warnung vor extremer Hitze" auf. Die Anzahl der Tage mit Hitzewarnungen zeigt eine hohe Variabilität, in manchen Jahren tritt die Stufe "Warnung vor extremer Hitze" nicht auf. Es ist bisher kein signifikanter Trend feststellbar. Tendenziell zeigen die Zeitreihen für beide Warnstufen eine leichte Zunahme. Aufgrund der kurzen Zeitreihe sind Trendaussagen jedoch äußerst schwierig und somit vorsichtig zu interpretieren.
Grafische Darstellung
Abb.: Anzahl der Tage mit Hitzewarnungen und Warnung vor extremer Hitze in NRW seit 2005




