Textanfang.
Bezug zum Klimawandel
Klimatische Veränderungen wie erhöhte Temperaturen und rückläufige Niederschläge in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten und die dadurch verstärkte Verdunstung und Trockenheit wirken sich auch auf Waldlebensräume aus. Risikountersuchungen sagen für die kommenden Jahrzehnte ein steigendes Waldbrandrisiko auch für Deutschland voraus. Auch wenn die Niederschläge in manchen Regionen steigen, wird das durch die zunehmende Verdunstung voraussichtlich ausgeglichen. Durch Gewitter ausgelöste Waldbrände spielen dabei eine nur untergeordnete Rolle, da diese in Mitteleuropa i.d.R. mit Niederschlägen einhergehen.
Definition und Berechnung
Die Information über Waldbrandgefährdungen (tagesaktuell innerhalb der Waldbrandsaison, Anfang März bis Mitte Oktober, insgesamt 229 Tage) wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) nach verschiedenen Modellen berechnet. Im Klimafolgenmonitoring wird der Kanadische Fire Weather Index dargestellt. Für die Berechnung des Index werden dabei bspw. die Lufttemperatur, die relative Luftfeuchte, die Niederschlagssummen und die Windgeschwindigkeit berücksichtigt. Die Auswertung beruht auf 15 Klimamessstationen des DWD für den Zeitraum 1961 bis heute und wird als Mittelwert aller Stationen dargestellt.
Für die Darstellung werden jeweils die Stufen geringer Gefährdung (1+2) und die hoher Gefährdung (4+5) zusammengefasst.Die Mittelwerte der Klimanormalperioden im Messzeitraum werden tabellarisch aufgelistet. Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach dem Mann-Kendall-Test. Ein signifikanter Trend wird als lineare Trendgerade in der Grafik dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Tagen über die Zeitreihe berechnet.
Stufen der Waldbrandgefährdung
| Stufe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| Gefahr | sehr geringe Gefahr | geringe Gefahr | mittlere Gefahr | hohe Gefahr | sehr hohe Gefahr |
Zeitreihe und Trend
Je höher die Anzahl der Tage mit Gefahrenstufe 4 und 5, desto höher ist die Waldbrandgefährdung und umgekehrt. Im langjährigen Mittel (1961 - 2015) lag die Anzahl der Tage mit den Gefahrenstufen 1 und 2 bei 187 Tagen im Jahr, bei den Gefahrenstufen 4 und 5 bei 13 Tagen im Jahr. Während in NRW die Tage mit Waldbrandwarnstufen 1 und 2 von 1961 bis 2015 um etwa 23 Tage abgenommen haben, ist die Anzahl von Tagen mit den Warnstufen 4 und 5 im selben Zeitraum um etwa 21 Tage gestiegen. Beide Trends sind nach dem Mann-Kendall-Test statistisch hochsignifikant.
Die Tabelle zeigt die Mittelwerte der Waldbrandgefährdung verschiedener 30-Jahr-Zeiträume:
| 1961-1990 | 1971-2000 | 1981-2010 | |
| 1 und 2 | 192 | 188 | 184 |
| 4 und 5 | 10 | 13 | 15 |
Grafische Darstellung
Abb.: Kanadischer Waldbrandindex [Anzahl Tage] für NRW ab 1961




