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Klimafolgenmonitoring

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 6.1 - Waldbrandgefahr

Einheit: [Anzahl Tage]
Stand: 31.12.2019
Indikatortyp (DPSIR): Impact
Datenquelle: DWD

Bezug zum Klimawandel

Klimatische Veränderungen wie erhöhte Temperaturen und rückläufige Niederschläge in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten und die dadurch verstärkte Verdunstung und Trockenheit wirken sich auch auf Waldlebensräume aus. Risikountersuchungen sagen für die kommenden Jahrzehnte ein steigendes Waldbrandrisiko für Deutschland voraus. Auch wenn die Niederschläge in manchen Regionen steigen, wird das durch die zunehmende Verdunstung voraussichtlich ausgeglichen. Durch Gewitter ausgelöste Waldbrände spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, da diese in Mitteleuropa i.d.R. mit Niederschlägen einhergehen.

Definition und Berechnung

Die Information über Waldbrandgefährdungen (tagesaktuell innerhalb der Waldbrandsaison, Anfang März bis Mitte Oktober, insgesamt 229 Tage) wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) nach verschiedenen Modellen berechnet. Im Klimafolgenmonitoring wird der Kanadische Fire Weather Index dargestellt. Für die Berechnung des Index werden dabei bspw. die Lufttemperatur, die relative Luftfeuchte, die Niederschlagssummen und die Windgeschwindigkeit berücksichtigt. Die Auswertung beruht auf 15 Klimamessstationen des DWD für den Zeitraum 1961 bis heute und wird als Mittelwert aller Stationen dargestellt.

Für die Darstellung werden jeweils die Stufen geringer Gefährdung (1+2) und die hoher Gefährdung (4+5) zusammengefasst.Die Mittelwerte der Klimanormalperioden im Messzeitraum werden tabellarisch aufgelistet. Für alle Zeitreihen erfolgt eine Trendberechnung nach dem Mann-Kendall-Test. Ein signifikanter Trend wird als lineare Trendgerade in der Grafik dargestellt. Zusätzlich wird die Veränderung in Tagen über die Zeitreihe berechnet.

Stufen der Waldbrandgefährdung

Stufe 1 2 3 4 5
Gefahr sehr geringe Gefahr geringe Gefahr mittlere Gefahr hohe Gefahr sehr hohe Gefahr

Zeitreihe und Trend

Je höher die Anzahl der Tage mit Gefahrenstufe 4 und 5, desto höher ist die Waldbrandgefährdung und umgekehrt. Im langjährigen Mittel (1961 - 2019) lag die Anzahl der Tage mit den Gefahrenstufen 1 und 2 bei 184 Tagen im Jahr, bei den Gefahrenstufen 4 und 5 bei 15 Tagen im Jahr. Während in NRW die Tage mit Waldbrandwarnstufen 1 und 2 von 1961 bis 2019 um etwa 35 Tage abgenommen haben, ist die Anzahl von Tagen mit den Warnstufen 4 und 5 im selben Zeitraum um etwa 21 Tage gestiegen. Beide Trends sind nach dem Mann-Kendall-Test statistisch hochsignifikant.

Die beiden abgelaufenen Jahre 2018 und 2019 haben sich durch langanhaltende trockene und warme Phasen und damit auch mit einer erhöhten Gefahrenlage für Waldbrände ausgezeichnet: Mit 63 Tagen wurde 2018 das erste Mal seit Beginn der Messungen mehr als 50 Tage der Waldbrandstufen 4 und 5 gemessen. Darauf folgte direkt 2019 mit 47 Tagen.

Die Tabelle zeigt die Mittelwerte der Waldbrandgefährdung verschiedener 30-Jahr-Zeiträume sowie für den gesamten Messzeitraum ab 1961:

Zeitreihe
ab 1961
1961-1990 1971-2000 1981-2010 1990-2019
Klasse 1 und 2 [Anzahl Tage] 184 192 188 184 176
Klasse 4 und 5 [Anzahl Tage] 15 10 13 15 20

Grafische Darstellung

 

Abbildung  Kanadischer Waldbrandindex [Anzahl Tage] für NRW ab 1961

 © LANUV NRW 2021

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