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Pressemitteilung

Tier des Monats März 2010
Vor 30 Jahren fast ausgestorben, jetzt wieder in unseren Gewässern – Das Flussneunauge ist Tier des Monats März

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat das Flussneunauge zum Tier des Monats März bestimmt. Lampetra fluviatilis, so der wissenschaftliche Name, laicht zwischen Februar und Mai am Boden von Flüssen und Bächen Nordrhein-Westfalens. Das Flussneunauge breitet sich hierzulande wieder aus, nachdem es vor 30 Jahren fast ausgestorben war.

Was aussieht wie ein Fisch, ist keiner. Obwohl das Tier des Monats dem Aal ähnelt, wird das Flussneunauge zur Gruppe der Rundmäuler gezählt: Der bis zu 50 Zentimeter lange wendige Körper trägt weder Schuppen noch paarige Flossen. Charakteristisch ist zudem das runde, bezahnte Saugmaul ohne Kiefer. Und auch die wie an der Schnur gezogenen neun “Augen“ auf jeder Körperseite bestehen in Wirklichkeit aus sieben Kiemenlöchern, einem Auge und einer Riechgrube. 

Durch die Verschmutzung und Begradigung vor allem der Rhein-Nebenflüsse verschwand mit dem Flussneunauge ein beliebter und häufiger „Speisefisch“. Um 1982 waren nur noch zwei Laichhabitate in der Dhünn und der Sieg bekannt. Durch den Gewässerausbau floss das Wasser der Flüsse schneller und zerstörte Kiesgründe, Laichplätze und Ruhezonen der Oberläufe. Zudem versperrten Stauwehre den Neunaugen den Wanderweg vom Atlantik zu den Laichplätzen.

Wandern aber gehört zu ihrem Lebenszyklus: Nach drei bis fünf Jahren packt sie das Fernweh. Der Hauptströmung folgend, schwimmen Flussneunaugen zum Rhein und dann in das Salzwasser des Atlantiks, wo sie in Küstennähe leben. Brauchen sie Nahrung, werden sie richtig „anhänglich“, saugen sich mit ihren Rundmäulern an Fische, vor allem Dorsche und Heringe, und raspeln mit den scharfen Hornzähnchen kleine Gewebestücke heraus. Zwei bis drei Jahre später wandern sie wohlgenährt stromaufwärts zurück ins Süßwasser der Heimatgewässer.

Seit etwa 20 Jahren hat sich die Qualität unserer Gewässer massiv verbessert – damit geht es auch der Fischfauna wieder besser. Die Bestände des Flussneunauges haben sich in vielen Flüssen Nordrhein-Westfalens vervielfacht. So wurden bereits 1999 in der Sieg 249 und in der Lippe wieder 382 laichbereite Flussneunaugen registriert. Weitere Flussneunaugen tummeln sich wieder in Rhein, Wupper, Agger, Bröl, Dhünn und anderen Gewässern.

Im Rahmen des Wanderfischprogramms des Landes wurden unter anderem sandig-kiesige, ruhige und beschattete Flachwasserbereiche geschützt oder wiederhergestellt, damit Flussneunaugen ihre flachen Laichgruben in den kiesigen Grund schlagen können. Auch wurden Wehre abgerissen, Fischtreppen gebaut und Wasserumgehungswege angelegt, die den Tieren wieder „freie Fahrt“ zum Rhein und Atlantik und zurück gewähren. Und da viele Flüsse an den Grenzen Nordrhein-Westfalens nicht Halt machen, gibt es Kooperationen mit Bundes- und Europäischen Ländern, um Wanderfischen und Rundmäulern wieder Lebensräume und Wanderwege zu sichern.

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Kontakt

Fragen zu dieser Pressemitteilung beantwortet Gunther Hellmann (02361-305-3559).

      LANUV NRW 2010

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