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Pressemitteilung

20.01.2010

PCB in Dortmund-Hafen: Landesamt deckte auf und unterstützt Stadt und Bezirksregierung

Die PCB-Belastung, die aus dem Dortmunder Hafengebiet in die östlich gelegenen Kleingartenanlagen herüberreicht, beunruhigt derzeit die Menschen vor Ort. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) hat 2007/2008 die Belastung in Dortmund entdeckt und unterstützt seitdem die zuständigen Überwachungsbehörden, die Bezirksregierung Arnsberg und das Umweltamt der Stadt Dortmund bei der Aufklärung. Zwar ist die Suche nach dem Verursacher schwierig, jedoch konnte das LANUV mit umfangreichen Pflanzenuntersuchungen die möglichen Quellen jetzt weiter eingrenzen. Da eine eindeutige Zu­ordnung zu bestimmten Verursachen derzeit noch nicht möglich ist, haben die Bezirksregierung und die Stadt Dortmund das LANUV gebeten, sie mit weiteren Messungen bei der Ursachensuche zu unterstützen und fachlich zu beraten.
„Gern unterstützen wir als technisch-wissenschaftliches Landesamt die zuständigen Überwachungsbehörden“ sagt der Präsident des LANUV Dr. Heinrich Bottermann. “Wie die letzten Monate gezeigt haben, dauern die Messungen an Staub- und Pflanzenproben einige Zeit – wichtig ist, dass sie fachlich richtig und hieb- und stichfest sind. Ich verstehe den Unmut der betroffenen Kleingärtner, versichere aber, dass wir mit Hochdruck unsere Aufgaben wahrnehmen.“

Hintergrundinformation und Rückblick: Mit seiner bisherigen Tätigkeit am Dortmunder Hafen hat das LANUV die Belastung aufgedeckt und mit seinen umfangreichen Messungen und Ortsbegehungen weiter eingegrenzt.
Das LANUV hat an seiner Luftmessstation in Dortmund-Eving ca. 1 km östlich der Kleingärten in Hafennähe im Rah­men landesweiter Dauermessungen zur Umweltbelastung auch Pflanzen aufgestellt. In den Pflanzenproben des Jahres 2007, deren Messergebnisse 2008 vorlagen, wurden auffällig erhöhte PCB-Werte insbesondere im Grünkohl er­mittelt. Umgehend wurden die zuständigen Behörden, die Bezirksregierung Arnsberg und die Stadt Dortmund, informiert.
Das LANUV schlug dann vor, vorsorglich Grünkohlproben in den Klein­gartenanlagen, direkt angrenzend am Hafen, zu ziehen, da die PCB-Belastung nach Auskunft der Bezirksregierung eventuell  vom Dortmunder Hafen herrühren könnte. Über die Vorgehensweise wurde das Umweltamt der Stadt Dort­mund informiert. Naturgemäß dauerte es bis zum Spätherbst 2008, bis der Grünkohl erntereif war. Das LANUV entnahm im November 2008 repräsentative Grün­kohlproben in den Kleingartenanlagen Hafen­wiese, Hobertsburg und Westerholz.
Die Gehalte an PCB und Dioxine waren auffällig erhöht; damit kam der Hafenbereich als Sitz der Quellen in Betracht.
Am 16.01.2009 wurden die Ergebnisse auf Einladung der Bezirks­regierung Arnsberg im Landesbehörden­haus Dortmund vorgestellt. Eingeladen waren: Vertreter der Stadt Dortmund, Stadtverband der Kleingärtner, Vertreter des LANUV sowie Vertreter der Be­zirksregierung. Am 27.01.2009 wurden die Ergebnisse dann im Vereinsheim der KGA Hafenwiese allen Kleingärtnern öffentlich vorgestellt. Vorsorglich wurde empfohlen, für die Be­reiche der KGA Hafen­wiese, Westerholz und Hobertsburg auf den Anbau und Verzehr von Grünkohl und Blattgemüse wie Spinat, Mangold, und Endivie sowie auf Zucchini zu verzich­ten. Gleichzeitig erhielten die Kleingärtner vom LANUV eine Liste mit zum Anbau und Verzehr unbedenklichen Obst- und Gemüsearten wie z. B. Frucht- und Wurzelgemüse.
Derweil ging die Suche nach der Ursache der Belastung weiter. Über Informationsaustausch der verschiedenen Behörden wurden 8 mögliche Quellen ermittelt. Die Begehung aller Firmen ergab, dass in keinem Betrieb Auffäl­ligkeiten festzustellen waren. Die Quelle musste also erst noch weiter eingegrenzt werden.
Am 20. und 21.05.2009 wurden daher Messpunkte zur Aufstel­lung von Graskulturgefäßen durch das LANUV unter Beteiligung des Umweltamtes der Stadt Dortmund ausge­wählt. Die Graskulturen wurden zwischen Juni und September aufgestellt, ergänzend an einigen Messpunkten auch Staubgefäße. Auch hierbei dauert es naturgemäß einige Monate, bis das Gras gewachsen und analysiert ist. Die Analysen und Auswertungen sind zeitaufwändig – dennoch lagen die Ergebnisse Ende des Jahres 2009 vor.
Die Ergebnisse der Graskulturuntersuchungen sowie auch der Staubniederschlagserhebungen wurden am 09.01.2010 den Überwachungsbehörden Bezirksregie­rung, Stadt Dortmund und untere Immissionsschutzbehörde durch das LANUV vorgestellt. Es zeigten sich drei räumliche Schwerpunkte, wo die PCB- und Dioxin-Ge­halte in der Graskultur auffällig hoch waren. Da jedoch auf Grund der komplexen Gemengelage im Hafengebiet eine eindeutige Zu­ordnung zu bestimmten Quellen auf Grund der Ergebnisse noch nicht möglich ist, wird von den Beteiligten derzeit die weitere Vorgehens­weise zur genaueren Ursachenklärung festgelegt. Dazu werden voraussichtlich weitere Messungen an Gras und Staub gehören sowie intensive Überprüfungen der Betriebe und Flächen im eingegrenzten Hafengebiet.

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          LANUV NRW 2010

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