In digitalen Bodenbelastungskarten (BBK) werden die Schadstoffgehalte von Oberböden flächenhaft dargestellt. Die erhebliche räumliche Heterogenität in überschwemmungsbeeinflussten Bereichen hat jedoch gezeigt, dass in diesen Gebieten eine Prognose der Schadstoffbelastungen mit den bisher verfügbaren Methoden zur Erstellung von BBK häufig nicht genau genug oder nur mit stark erhöhtem Aufwand möglich ist. Dies hat in den Bodenschutzbehörden bei der Beurteilung des Gefahrenverdachts auch zu einem bisher uneinheitlichen Vorgehen geführt.
Im Auftrag des LANUV NRW wurde daher der „Leitfaden zur Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten – Teil III: Erfassung von und Umgang mit überschwemmungsbedingten Belastungsbereichen“ erstellt. Das entwickelte Verfahren dient dazu, die für Auengebiete typische kleinräumige Heterogenität der oberflächennahen Schadstoffverteilung zu erfassen und darzustellen. Mit Bewertungskarten können dem Bodenschutzvollzug einheitliche Arbeitsgrundlagen zur Verfügung gestellt werden.
Der Leitfaden richtet sich insbesondere an Bodenschutzbehörden, Landwirtschaftsberater und Planungsbüros. Er stellt eine praktikable und auf verschiedene Fließgewässer anwendbare Methode für die Ermittlung und Bewertung der Schadstoffbelastungen von Böden in überschwemmungsbeeinflussten Gebieten vor und gibt Hilfestellungen für die Planung von Maßnahmen bei erhöhten Schadstoffgehalten in Auenböden.