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Sondereinsätze des Bereitschaftsdienstes der Umweltverwaltung
Das LANUV unterhält einen rund um die Uhr einsatzbereiten Sondereinsatzdienst.
Der Sondereinsatz hat die Aufgabe, die zuständigen Behörden in Nordrhein-Westfalen bei Schadens- und Gefahrenfällen mit Sachverstand und Messtechnik zu unterstützen. Die Sachverständigen des LANUV ermitteln Art, Menge, Herkunft, Ausbreitung und Auswirkung der gefährdenden Immissionen und geben wichtige Entscheidungshilfen bei den einzuleitenden Maßnahmen. Der Sondereinsatz nimmt zusätzlich eine große Zahl an Sonderproben, die hier nicht im Einzelnen aufgeführt sind.
02. Mai 2013: Brand einer Industriehalle in Düsseldorf-Flingern
In Düsseldorf Flingern kam es in einer Industriehalle (Hersteller von Aufzügen) zu einem Brand mit starker Rauchgasentwicklung. In den Brand waren nach Angaben der Feuer auch ein 1.000 l Container mit Hydrauliköl involviert. Die Rauchgasfahne wurde in Richtung der südwestlich gelegen Stadtteile Oberbilk, Bilk und Wersten getrieben. Die Feuerwehr Düsseldorf forderte den Sondereinsatz des LANUV an mit der Bitte um fachliche und messtechnische Unterstützung.
05. November 2012: Brand in einem Gewerbebetrieb in Krefeld
Im Bereich Krefeld-Rheinhafen - Ohlendorffstraße war am frühen Morgen des 25.09.2012 in einem Gewerbebetrieb ein Brand ausgebrochen, bei dem erhebliche Mengen Rauch freigesetzt wurden.Der Brand ist inzwischen gelöscht. Brandursache ist nach derzeitigem Kenntnisstand ein technischer Defekt im Bereich der Förderanlagen in der Lagerhalle.
Luftmessungen
Vom Morgen des 25.09.2012 bis zum Abend des 27.09.2012 führte das LANUV mit einem Messwagen mobile Messungen der Luftqualität im Umgebungsbereich des Großbrandes im Krefelder Hafengebiet und im Duisburger Süden durch. Zusätzlich überwacht das LANUV rund um die Uhr die Luftqualität an der Dauermessstation Krefeld-Hafen, die ca. 500 m vom Brandort entfernt direkt in der Rauchfahne liegt.
Die mobilen Messungen umfassen die Stoffe Stickstoffoxide (NO und NO2), Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Ammoniak (NH3), Salzsäure (HCl) sowie Summe der organischen Verbindungen (THC). In der Messstation wird zusätzlich Feinstaub gemessen, der in der Brandwolke überwiegend als Ruß vorhanden ist.
Über die Hintergrundbelastung deutlich hinausgehende Konzentrationen traten bei den Stickstoffoxiden, am 25.09.2012 auch bei Ammoniak und bei Feinstaub (Ruß) auf. Die Ammoniakkonzentration sank am 26.09.2012 wieder auf Normalwerte ab.
Die Messungen erfolgten überwiegend in der Rauchfahne des Brandes. Da die Rauchfahne pendelte, traten neben deutlich erhöhten Konzentrationen auch niedrige Werte auf.
Die Messergebnisse (1-Minuten-Mittel) können anhand der störfallbezogenen AEGL-Werte Stufe 1 (1-Stunden-Exposition: Ammoniak 30 ppm, NO2 500 ppb) beurteilt werden. Selbst in der Brandwolke werden die AEGL-Werte unterschritten, außer bei einzelnen Messungen unmittelbar am Brandherd in der Brandwolke. Der AEGL-Wert der Stufe 1 bezeichnet den Wert, ab dem Reizungen der Schleimhäute auftreten können, eine akute Gesundheitsgefährdung jedoch nicht vorliegt.
Nachdem die Stickstoffoxid-Konzentrationen und die Feinstaub-Konzentrationen in der Nacht vom 25. zum 26.09.2012 angestiegen waren, gingen sie seit dem Morgen des 26.09.2012 mit zunehmendem Erfolg der Löscharbeiten zurück.
Wasseranalysen
Aus dem Krefelder Hafen liegen ebenfalls Analysenergebnisse vor. Es ist davon auszugehen, dass nur geringe Mengen an Löschwasser in das Hafenbecken gelangt sind. In den Hafenproben vom 25.09 und vom 27.09.2012 konnten keine PFT-Verbindungen nachgewiesen werden. Auch die PFT-Untersuchung der Löschwasserprobe vom Brandtag und den Proben aus den Speicherbecken für das Löschwasser vom 27.09. verliefen ohne Nachweis.
Bei den fortgesetzten Wasserkontrollen des Hafenbeckens wurde nach den starken Regenfällen am 5. Oktober ein deutlicher Anstieg der Nährstoffe Ammoniumstickstoff, Nitratstickstoff und Gesamtphosphor festgestellt, ein Hinweis auf Düngemittel als Quelle. Nachteilige Auswirkungen auf die Lebewesen im Hafenbecken oder den Rhein sind bei den gemessenen Konzentrationen nicht aufgetreten.
Um bei den nächsten Regenfällen weitere Einträge auszuschließen, haben die beteiligten Behörden, die Stadt Krefeld und die Bezirksregierung Düsseldorf sowie der Betreiber die möglichen Quellen ermittelt und Gegenmaßnahmen getroffen. Dass die Maßnahmen greifen, zeigt sich daran, dass die Werte im Hafenbecken trotz erneuter Regenfälle weiter gesunken sind.
Materialproben
Die Untersuchung einer Materialprobe aus Duisburg-Mündelheim auf Dioxine und Furane (PCDD/F) und polychlorierte Biphenyle (PCB) hat ergeben, dass die Gehalte an Dioxinen und Furanen und PCB im Bereich der Gehalte von normalen Bodenproben im Ruhrgebiet liegen. Auch die Gehalte von Benzo[a]pyren als Indikator der PAK sind um ca. den Faktor 100 niedriger als die Gehalte, die üblicherweise in städtischen Gartenböden vorkommen.
Aus den Ergebnissen lassen sich folgende Schlüsse ziehen: In Übereinstimmung mit den niedrigen gemessenen Salzsäuregehalten in der Brandwolke ist es zu keiner nennenswerten Bildung von Dioxinen, Furanen und PCB gekommen. Herumliegende Teile der Dachabdeckung können eingesammelt und über den normalen Hausmüll entsorgt werden.
Pflanzen- und Bodenproben
Die in den untersuchten Pflanzen- und Bodenproben ermittelten Gehalte an Cadmium (Cd), Benzo(a)pyren (BaP), polychlorierten Biphenylen (PCB), Dioxinen und Furanen (PCDD/F) sind im Vergleich zu den Belastungen, wie sie in diesen Medien üblicherweise in dem hier betrachteten Gebiet festgestellt werden, als unauffällig zu bezeichnen. Eine nachweisbare Schadstoffanreicherung in Pflanzen und Boden aufgrund des Brandereignisses hat somit nicht stattgefunden. Die im Zusammenhang zu dem Brandereignis vom Krisenstab der Bezirksregierung herausgegebene Verzehrsempfehlung kann daher aufgehoben werden.
- Stündlich aktualisierte Luft-Messwerte der Dauermessstation Krefeld-Hafen.
- Tabelle 1: Messwerte des Sondereinsatzes am 25.09.2012.
- Tabelle 2: Messwerte des Sondereinsatzes am 26.09.2012.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 05.11.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 29.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 23.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 19.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 17.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 15.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 14.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 12.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 09.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 08.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 04.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 01.10.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 28.09.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse der Wasserproben vom 25.09.2012 aus dem Krefelder Hafen.
- Analyseergebnisse einer abgewehten Materialprobe vom 25.09.2012 aus Duisburg-Mündelheim auf PAK, PCDD/F und PCB.
- Untersuchungsergebnisse von Pflanzen- und Bodenproben im Umfeld des Großbrandes im Krefelder Hafen vom 02.10.2012.
19. Januar 2012: Brand einer Lagerhalle in Wesel
Bei einem Recyclingunternehmen in Wesel brannte eine ca. 3.000 m² große Lagerhalle, in der Matratzen zur Wertstoffrückgewinnung gelagert waren; es gibt eine starke Rauchentwicklung. Die Nachbargebäude (u.a. mit dort gelagerten asbesthaltigen Nachtspeicheröfen) waren nicht betroffen.
Beim Eintreffen des Sondereinsatzes war der Brand in der Halle weitgehend gelöscht, es wurden vor allem Matratzen, die vor der Halle lagen, abgelöscht.
Der Sondereinsatz führte Schadstoffmessungen in der Luft durch; dazu wurden der Bereich nördlich der Brandstelle bis zur B 58 und der nordöstliche/östliche Bereich befahren. Kontinuierliche Messungen wurden östlich der Brandstelle an der Dinslakener Landstraße durchgeführt.
Im Nahbereich, direkt an der Brandstelle, wurden bis zu 10 ppm Kohlenmonoxid gemessen (Arbeitsplatzgrenzwert: 30 ppm). Alle anderen Messwerte unterschieden sich nicht signifikant von der Grundbelastung; insbesondere die Komponenten Salzsäure und Blausäure waren nicht nachweisbar. In den befahrenen Bereichen waren die Brandgase sporadisch geruchlich wahrnehmbar.
Die Untere Wasserbehörde war vor Ort und kümmerte sich um den Verbleib des Löschwassers.
LANUV NRW 2012


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