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Sonstige Umweltereignisse

10. Mai 2012: Ergebnisse der Depositions- und Luftqualitätsmessungen Januar bis März 2012 und neuer Bodenuntersuchungen am Eyller Berg

Seit Februar 2011 führt das LANUV Depositionsmessungen östlich der Deponie Eyller Berg durch. Die Messwerte belegen eine voraussichtliche Überschreitung des Immissionswertes der TA Luft für den Parameter Blei. Die anderen Depositionswerte sind unauffällig. Der Monat Mai 2011 war besonders auffällig, da trotz geringer Staubniederschlagsmenge (drittniedrigste der gesamten Messreihe) die mit Abstand höchste Bleideposition gemessen wurde.

Seit Oktober 2011 wird ebenfalls an einem Punkt südlich der Deponie gemessen. Seit Jahresbeginn werden die Messungen auf vier weitere Punkte und eine Feinstaubmessung ausgedehnt.

Die bisherigen Untersuchungsergebnisse in 2012 zeigen, dass sich der Einfluss der Staubdeposition auf Schwermetallgehalte in Böden auf den unmittelbaren Nahbereich der Deponie beschränkt. Die Bleideposition ist seit Dezember 2011 stark rückläufig.

Der Verzehr von Nahrungspflanzen aus Haus- und Kleingärten im Einwirkungsbereich der Deponie Eyller Berg ist auf der Basis der überprüften Schwermetalle in allen Fällen als gesundheitlich unbedenklich einzustufen. Es wird jedoch vorsorglich empfohlen, im Bereich der Eyller Bergstraße und im südlichen Bereich der Karl-Friedrich-Gauss Straße momentan den Verzehr von selbst angebautem Grünkohl auf eine Mahlzeit pro Woche zu reduzieren.

16. April 2012: Auffällige Befunde von etherischen Ölen in Proben der Ruhr in Mühlheim

In der 48h Mischprobe aus der Ruhr an der Station Mülheim wurden auffällige GC-Untersuchungsbefunde mit Gehalten im Bereich von 1 – 6 µg/l festgestellt.

14. März 2012: Untersuchungen eines Zuschlagstoffes (Woolit®) in einer Ziegelei

In einer Ziegelei in NRW wird ein durch die Fa. Woolrec in Hessen hergestelltes Produkt (Woolit®) als Zuschlagsstoff beim Brennen von Ziegeln eingesetzt, welches künstliche Mineralfasern enthält.

Das LANUV hat untersucht, ob künstliche Mineralfasern bei der Lagerung oder der Verwendung von Woolit® freigesetzt werden können.

26. Januar 2012: Benzolbelastung im Bereich Gelsenkirchen-Scholven erhöht

Die Benzolwerte wurden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung Münster und der Stadt Gelsenkirchen an insgesamt fünf Messpunkten in Gelsenkirchen-Nord / Scholven ermittelt.

Insbesondere am Messpunkt in der Nähe des Reithofs Rohmann war der Wert für Benzol in allen drei Monaten des vierten Quartals 2011 höher als der zulässige Jahresmittelwert. Im Mittel lag hier eine Benzolbelastung von 6,9 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) vor. An den anderen Messpunkten wurden Benzolkonzentrationen im Bereich von 2,2 - 3,8 µg/m3 gemessen.

Der gesetzlich festgelegte Immissionsgrenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit nach der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) sowie der 39. BImSchV (Verordnung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz) beträgt 5 µg/m3 als Mittelwert über ein Kalenderjahr. Nun muss geklärt werden, ob an dem Messpunkt auch in weiteren Quartalen alarmierende Werte festzustellen sind und damit der Jahresmittelwert auch insgesamt überschritten wird.

Die Bezirksregierung Münster hat die Messergebnisse zum Anlass für eine Sonderüberprüfung der Anlagen der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven genommen, die in der Nachbarschaft der Messpunkte liegen. Darüber hinaus wird geprüft, ob weitere Anlagen außerhalb der BP-Raffinerie zur Benzolbelastung beitragen.

12. Januar 2012: Fischsterben am Baldeneysee in Essen

Am 02.12.2011 kam es im Verlauf des Nachmittags am Zufluss des Deilbachs in den oberen Teil des Baldeneysees zu einem Fischsterben großen Ausmaßes. Die Zahl der toten Fische musste dabei im Verlauf der Untersuchung von 1000 auf über 10 000 korrigiert werden.

Nachdem von der Feuerwehr vor Ort festgestellt worden war, dass der Eintrag stark alkalischer Substanzen vermutlich Auslöser des Fischsterbens waren, wurde das LANUV über die Nachrichtenbereitschaftszentrale von der Kriminalpolizei Essen um Amtshilfe bei der Beweissicherung gebeten.

Feuerwehr und Polizei, später auch das THW haben bis in die späte Nacht mit Booten die toten Fische aus dem Baldeneysee geborgen.

Die vom LANUV und von anderen Dienststellen vorher entnommene Wasserproben wurden noch am 03.12.2011 im Labor Herten auf den pH-Wert untersucht, weitergehende Untersuchungen folgen.

13. Juli 2011: Verzehrsempfehlung aufgrund der Schwermetallbelastungen in Nahrungspflanzen in Lünen

Das LANUV hat 2010 in Lünen ein Messprogramm zur Abschätzung der Schwermetallbelastung in Nahrungspflanzen im Umfeld der Firma Aurubis durchgeführt. Dabei wurden Kopfsalat-, Endivien- und Grünkohlpflanzen in Gärten beprobt. Die Ergebnisse wurden auf einer Bürgerversammlung am 13.07.2011 erläutert. Bereits am 30.05.2011 waren die betroffenen Kleingartenvereine durch Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg, des Kreises Unna und des LANUV informiert worden.

16. Juni 2011: Umweltereignis Kohlekraftwerk Hamm - Untersuchung von Salatproben

Am 16.06.2011 kam es beim Anfahren eines Kraftwerkblockes frühmorgens zu russartigen, ölhaltigen Emissionen, die in der Zeit von ca. 5.00 bis 6.00 Uhr den Boden, Gebäude und Pflanzen in Hauptwindrichtung (West-Nord-West) beaufschlagt haben. Gegen Mittag wurde das LANUV von der Bezirksregierung Arnsberg darüber informiert, dass sich in dem schmalen Streifen, der beaufschlagt worden war, auch Haus- bzw. Nutzgärten befinden.

12. Juni 2011: N-Methl-2-pyrrolidon (NMP, CAS.-Nr.: 872-50-4) in der Wupper

Im Rahmen der zeitnahen Gewässerüberwachung (INGO) wurde am 12.06.2011 in der Mischrobe vom 09.06.2011 08:00 Uhr bis 11.06.2011 08:00 Uhr von der Messstation Opladen (Wupper, km 5,5) eine sehr hohe Belastung mit N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP) gemessen.

13. Dezember 2010: Untersuchung der PCB-Belastung in einer Schredderanlage in Essen-Kray

Bei einer Betriebsbegehung einer Schredderanlage in Essen-Kray am 04.11.10 hat die BR Düsseldorf zwei orientierende Fegeproben / Kehrichtproben zur Analyse auf PCB und Schwermetalle genommen. Die Proben wurden beim LANUV analysiert.

06. Dezember 2010: Untersuchung der PCB-Belastung in einer Anlage zur Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten

Betriebsuntersuchungen zur PCB Belastung. Probenahme von Betriebs- und Fegeproben am 10.11.2010.

25. November 2010: Tetrachlorethen in der Ruhr an der Station Fröndenberg

In der Stichprobe aus der Ruhr-Messstation Fröndenberg vom 24.11.2010, 11.10 Uhr wurde im Rahmen des INGO-GC-Screenings ein erhöhter Gehalt an Tetrachlorethen in einer Konzentration von ca.3,4 µg/l analysiert.

Die Belastung ist am 25.11.2010 um 11.10 Uhr in Fröndenberg auf unter 1 μg/l gesunken.

09./06. Juli 2010: Niedrige Sauerstoffkonzentrationen in der Ruhr

An der Ruhrmessstation Mülheim wurden niedrige Sauerstoffkonzentrationen beobachtet.

17. Februar 2010: Einleitung von Abwasser in die Ruhr

Am 17. Februar kam es zu einer kurzeitigen Einleitung von kommunalem Abwasser (ca. 2h: 16:00-18:00 Uhr) aus einem Regenüberlaufbecken in die Ruhr bei Ruhr-km 21,7 (zwischen der Kläranlage Essen-Kettwig und dem Wehr Kettwig). Die Einleitung wurde zwischenzeitlich abgestellt.
Der Ruhrverband hat Wasserproben entnommen und zwei tote Fische sichergestellt. Beide Proben werden im Labor des Ruhrverbandes untersucht. Weitere Maßnahmen z.B. Probennahme durch das LANUV sind wegen der Kurzzeitigkeit des Ereignisses und der geringen eingeleiteten Wassermenge nicht notwendig.

23. März 2009: Biomasserückstände in der Ruhr

Einleitung in den Abbabach (Ruhrzufluß) bei Ruhr-km 108-109.
Am 22.3.09 wurde um 17:45 Uhr von der Unteren Wasserbehörde (UWB) Märkischer Kreis eine Schadensmeldung angezeigt.

20. März 2009: Einschätzung der gesundheitlichen Relevanz der im Trinkwasser gemessenen Sulfolankonzentrationen

Auf der Basis der derzeitigen, wenn auch begrenzten Datenlage zur gesundheitlichen Bewertung von Sulfolan, sind nach sehr konservativer Abschätzung durch das LANUV die im Rahmen der aktuellen Trinkwasseruntersuchungen gemessenen Sulfolan-Konzentrationen nicht mit einer gesundheitlichen Besorgnis in Verbindung zu bringen. Grundlage für diese Einschätzung sind verschiedene vorliegende Tierversuchsergebnisse sowie die üblichen Konventionen der Bundes-Trinkwasserkommission.

09. - 12. März 2009: Sulfolan in Ruhrwasserprobe

Die aktuell gemessenen Mischproben aus Hattingen und Mühlheim zeigen eine deutliche abnehmende Tendenz der Konzentrationen. In der 48 h Mischprobe der Station Hattingen werden aktuell noch Sulfolankonzentationen von 0,3 µg/l gemessen, an der Station Mülheim noch 0,5 µg/l.

19. März 2009: Xylol-Unfall im Rhein-Hafen bei Köln

Am 19.3.2009 um 18:30 Uhr sind im Rhein-Hafen 100 Liter Xylole beim Anfahren eines Verladeprozesses in das Hafenbecken gelangt.

09. - 12. März 2009: Sulfolan in Ruhrwasserprobe

Die aktuell gemessenen Mischproben aus Hattingen und Mühlheim zeigen eine deutliche abnehmende Tendenz der Konzentrationen. In der 48 h Mischprobe der Station Hattingen werden aktuell noch Sulfolankonzentationen von 0,3 µg/l gemessen, an der Station Mülheim noch 0,5 µg/l.

03. März 2009: Sulfolan in Ruhrwasserprobe identifiziert

In den vom LANUV im Screening-Verfahren untersuchten Ruhrwasserproben aus den Stationen Hattingen und Mülheim werden seit der letzten Woche erhöhte Konzentrationen von Sulfolan nachgewiesen.

Auf Grund der auftretenden Konzentrationsverteilungen des Anfangs nicht sicher identifizierbaren Stoffes in den verschiedenen Proben konnte zunächst eine Kontamination der Proben bei der Probenaufbereitung nicht ausgeschlossen werden.

Die Identifizierung war sehr unsicher weil es sich bei der von der NIST–MSS Bibliothek (GC-Auswertesoftware zur Stoffidentifizierung) vorgeschlagenen Verbindung um einen sehr polaren Stoff mit einer geringen Masse und einem hohen Siedepunkt handelt, der an einer untypischen Stelle auf dem Chromatogramm auftritt.

Zur sicheren Quantifizierung der Substanz sind weitere Laboruntersuchungen notwendig. Die Konzentrationen liegen nach ersten Abschätzungen teilweise im zweistelligen µg/l Bereich, vermutlich mit abnehmender Tendenz.

Durch zusätzliche Probenahmen wird versucht die Einleitung näher zu lokalisieren.

16. Januar 2009: PCB-Belastung in Dortmund

Im Rahmen der landesweiten Untersuchung der Luftqualität in NRW haben sich an der Messstation Dortmund Burgweg Hinweise auf einen Anstieg der PCB-Belastung im Bioindikator Grünkohl ergeben. Daraufhin wurden im Jahr 2008 vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz – LANUV - erste orientierende Untersuchungen an Nahrungspflanzen durchgeführt. Da Grünkohl besonders Schadstoffe wie PCB anreichert, wurden die Untersuchungen auf diese Pflanzenart konzentriert. Die Untersuchungen fanden in den Kleingartenanlagen Hafenwiese, Westerholz, Hobertsburg und Hansa statt. Diese Anlagen befinden sich östlich des Dortmunder Hafens.

In den KGA Hafenwiese, Westerholz und Hobertsburg ergaben sich deutlich erhöhte Gehalte von PCB in den Pflanzen. Die KGA Hansa ist nicht auffällig belastet.

Aus vorsorgenden Gründen wird daher empfohlen, für die Bereiche der KGA Hafen­wiese, Westerholz und Hobertsburg auf den Anbau und Verzehr von Grünkohl und Blattgemüse wie Spinat, Mangold, und Endivie sowie Zucchini zu verzichten. Eine akute Gefährdung durch den Verzehr des Gemüses in den letzten Jahren ist nicht gegeben. Es wird empfohlen, anderes Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Diese Empfehlung gilt auch für Hausgärten, die unmittelbar an diese Gartenanlagen angrenzen.

02. Januar 2009: Ölunfall – Parallelhafen Duisburg

Gegen 12 :00 Uhr am 02. Januar 2009 wurde im Parallelhafen Duisburg, Rhein-Km 777,2 eine Gewässerverunreinigung durch Diesel- oder Bilgenöl festgestellt. Betroffen ist eine Fläche von ca. 300 x 50 m. Der Verursacher ist bisher unbekannt.

Die Wasserschutzpolizei sowie die Untere Wasserbehörde der Stadt Duisburg gehen davon aus, dass nur etwa 15 Liter Öl freigesetzt wurden. Aufgrund der geringen Menge sind durch die WSP und die UWB der Stadt Duisburg keine Maßnahmen geplant.

11. Dezember 2008: Ölfilm im Petroleumhafen Dortmund

Die Untere Wasserbehörde der Stadt Dortmund hat die Notfallbereitschaftszentrale beim LANUV über ein Umweltereignis gemäß Umweltalarmrichtlinie informiert. Die Hafenbehörde Dortmund stellte gegen 10:30 Uhr heute Morgen einen 80 x 150 m großen Ölfilm im Petroleumhafen Dortmund fest.

Mögliche Verursacher sind vermutlich zwei Tankschiffe, die noch am Morgen im Hafen gelegen hatten. Der Ölfilm wurde mittels Druckluftsperren am Hafenbeckeneingang von den übrigen Hafenbereichen abgegrenzt. Die Feuerwehr legte weitere Ölschlängel aus. Eine Fachfirma wurde mit der Entsorgung beauftragt.

Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und Vergleichsproben zur Feststellung der Verursacher entnommen.

11. November 2008: Dieselöl durch Unfall auf A 45

Ruhrwasserentnahme im Wasserwerk Hengstey wurde durch AWWR vorsorglich gestoppt.

Am 11. November 2008 kam es zu einem Unfall auf der A 45. Bei diesem Unfall traten ca. 350 l Dieselöl aus einem LKW-Tank aus und gelangten über die Straßenentwässerung zunächst in den Milchenbach (ca. 600 m Bachstrecke betroffen) und dann in den Holthauser Bach (ca. 1000 m). Eine Meldung über den Alarmplan Ruhr erfolgte um 16:30 Uhr durch die AWWR.

Nach Auskunft der UWB Hagen wurden diverse Ölsperren (Milchenbach 3, Holthauser Bach 4) gelegt. Trotzdem gelangten noch Dieselölmengen in die Lenne, so dass hier weitere Ölsperren ausgelegt wurden.

Die bedingt durch starke Regenfälle starke Strömung in den Gewässern hat die Funktionsfähigkeit der Ölsperren beeinträchtigt. Durch Strömung und Verwirbelungen bildete sich teilweise eine Öl-Wasser Emulsion, die die Ölsperren unterflossen hat. Ein Eintrag in die Ruhr kann nicht ausgeschlossen werden.

Nach Auskunft der AWWR wurde auch vor der Einmündung der Ruhr in den Hengsteysee eine Ölsperre gelegt. Hier, im strömungsberuhigten Abschnitt der Ruhr, sind vor der Ölsperre leichte Schlieren zu beobachten, deren Genese aber noch nicht geklärt ist. Es könnte sich sowohl um Öl als auch um ruhrtypisches abgestorbenes biologisches (Algen) Material handeln.

Die AWWR hat aus Vorsorgegründen die Ruhrwasserentahme im Wasserwerk Hengstey (Entnahmestelle am Auslauf des Sees) gestoppt, damit die Langsamsandfilter des Werkes nicht geschädigt werden. Probenehmer der AWWR berichteten, dass gegen 09:00 Uhr immer noch Ölschlieren vom Holthauser Bach in die Lenne gelangten.

Nach Mitteilung der Ruhrwasserwerke wurde die Trinkwassergewinnung am 13.11.2008 wieder aufgenommen, nachdem festgestellt worden war, dass die Analysen aus der Einmündung der Ruhr in den Hengsteysee in allen Fällen keine nachweisbaren Kohlenwasserstoffe enthalten haben.

August 2008: Nahrungspflanzenuntersuchungen in Datteln

In 2007 beauftragte das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW Untersuchungen von Gartengemüse in Datteln durchzuführen um eine Risikoabschätzung beim Verzehr von selbst angebauten Nahrungspflanzen zu erstellen.

Aus diesem Grunde wurden in 6 Gärten Pflanzen beprobt, die vor allem über den Luftpfad organische wie anorganische Substanzen besonders gut anreichern. Untersucht wurde, soweit vorhanden, Grünkohl, der wegen seiner äußeren Beschaffenheit als ein sehr guter Sammler von Schadstoffen bekannt ist. Des Weiteren standen zur Beprobung Salat und Mangold zur Verfügung. Untersucht wurden die Pflanzen (nur üblicherweise verzehrbare Teile, die gewaschen waren ) auf ihre Gehalte an Blei, Cadmium und Arsen.

Fazit: Die Gehalte von Blei und Cadmium unterschritten den EU-Grenzwert für Nahrungspflanzen deutlich. Für Arsen existiert kein Grenzwert; über den Verzehr von selbstangebautem Gemüse ergibt die Abschätzung der zugeführten Schadstoffe im Vergleich zur tolerablen resorbierten Dosis (TRD) im ungünstigsten Fall eine Ausschöpfung des TRD-Wertes von 20 %. Daher liegen keine Anhaltspunkte vor, dass der Verzehr von selbstangebautem Gemüse zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung führen kann.

 

Juni 2008: Bodenbelastungen mit Blei im Umkreis von Höchstspannungsstrommasten

Untersuchungen des Unternehmens RWE haben ergeben, dass im Umkreis von Höchstspannungsstrommasten der RWE Transportnetz Strom GmbH in Einzelfällen Bodenbelastungen mit dem Schwermetall Blei festgestellt worden. Die Belastungen gehen zurück auf einen Rostschutzanstrich (Bleimennige), der bis 1960 in Deutschland branchenübergreifend bei Stahlkonstruktionen eingesetzt wurde und über Regenwasser oder bei Renovierungsarbeiten in den Boden gelangte. Über diese Erkenntnisse hat RWE das Umweltministerium sowie die betroffenen Bodenschutzbehörden vor Ort informiert. Eine akute Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung besteht nicht.

RWE hat dem Ministerium bereits ein umfassendes und abgestuftes Handlungskonzept mit kurz-, mittel- und langfristig erforderlichen Maßnahmen vorgelegt, das notwendige Aktivitäten zur Gefahrenabwehr und zukünftigen Vorsorge umfasst. Erste Schritte bei den besonders sensiblen Nutzungen sind bereits eingeleitet. Zur Ausgestaltung, Umsetzung und Anwendung dieses Handlungskonzeptes und zur Gewährleistung eines einheitlichen Vorgehens in Nordrhein-Westfalen wurde das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz vom Umweltministerium beauftragt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, in der neben den unteren Bodenschutzbehörden (Kreise, kreisfreien Städte), den Bezirksregierungen und der Landwirtschaftskammer auch die übrigen Netzbetreiber des Landes vertreten sein sollen. Die erste Sitzungen dieser Arbeitsgruppe haben im Juli und im September stattgefunden. Erste vorläufige Handlungsempfehlungen wurden in der Arbeitsgruppe abgestimmt und den zuständigen Behörden und anderen Stromnetzbetreibern zur Verfügung gestellt. Diese Handlungsempfehlungen sollen bei Vorliegen weiterer Erkenntnisse und Untersuchungsbefunde fortgeschrieben werden.

Das NRW-Umweltministerium hat auch die anderen betroffenen Bundesländer informiert.

März 2008: Erhöhte Schadstoffgehalte auf Kinderspiel- und Bolzplätzen in der Stadt Mönchengladbach

Ende Februar wurden im Rahmen von Baumaßnahmen auf einem tennenbelegten Bolzplatz in Mönchengladbach ("Luise-Vollmar-Straße") erhöhte Stoffgehalte, insbesondere für Blei (17.000 mg/kg) und Arsen (> 600 mg/kg), festgestellt. Eine darauf hin veranlasste bodenschutzrechtskonforme Untersuchung der Tennenfläche und des direkt angrenzenden Spielplatzes ergaben, dass auf dem Bolzplatz die seitens des LANUV abgeleiteten Beurteilungswerte für Blei (>3-fach) und Arsen (6-fach) überschritten werden. Selbst im Spielsand des angrenzenden Spielplatzes wurden Bleigehalte bis 319 mg/kg festgestellt, verursacht vermutlich durch Verwehung / Verschleppung von Tennenmaterial durch Kinder und Jugendliche. Sowohl der Bolzplatz als auch der Spielplatz wurden abgesperrt; diese Sperrung war ohne Probleme zu realisieren, da beide Flächen durch die geplante Bebauung einer Turnhalle sowieso umgenutzt werden.

      LANUV NRW 2012

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