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PFT
Perfluorierte Tenside (PFT) sind synthetisch hergestellte, langlebige organische Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen. Ab Mai 2006 waren sie eines der beherrschenden Umweltthemen in NRW.
Im Jahre 2006 untersuchte das Hygieneinstitut der Universität Bonn Gewässerproben von Ruhr und Möhne sowie Trinkwasserproben dieser Gebiete. Daraus ergaben sich auffallend hohe Konzentrationen mit perfluorierten Tensiden. Ende Mai 2006 wurden umfassende Maßnahmen zur Ursachenermittlung und Reduzierung der PFT- Belastung vom damaligen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem LANUV, der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR), dem Ruhrverband und der Bezirksregierung Arnsberg eingeleitet.
Als Ursache für diese Belastung konnte ein Abfallgemisch der Firma GW Umwelt, das als Bodenverbesserer auf die betroffenen Felder aufgebracht worden ist, ermittelt werden. Dieses Material, Handelsname „Terrafarm“, war mit stark PFT- belastetem Industriemüll aus Belgien und den Niederlanden vermischt worden und über mehrere Jahre auf landwirtschaftliche Nutzflächen, unter anderem auch in NRW, aufgebracht worden. Von den belasteten Flächen gelangten die perfluorierten Tenside ins Grundwasser und in kleinere Oberflächengewässer und von dort wurden sie in Ruhr, Möhne und Möhnesee gespült.
Weitere Ursachen für PFT-Belastungen sind Abwassereinleitungen sowie punktuelle Einträge aufgrund von Altlasten oder schädlichen Bodenveränderungen beispielsweise aufgrund von Galvanikbetrieben, Altablagerungen oder Umgang mit PFT-haltigen Löschmitteln.
Die Internetseiten des LANUV enthalten Informationen aus folgenden Bereichen:
- PFT im Wasser (Oberflächengewässer, Wasserversorgung / Trinkwasser, Abwasser)
- PFT in Boden und Grundwasser (mit Informationen zum Transfer Boden-Pflanze und zu Sanierungsmaßnahmen)
- PFT in Lebensmitteln.
- Feuerlöschschaummittel.
- PFT im Klärschlamm.
Die Bewertung der PFT-Belastung im Wasser richtet sich nach den Empfehlungen der Trinkwasserkommission. Die Bewertung belasteter Böden erfolgt Einzelfall bezogen hinsichtlich festzustellender schädlicher Wirkungen. Ggf. erforderliche Verzehrsempfehlungen von Lebensmitteln richten sich nach der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge.
Im Zusammenhang zur PFT-Belastung im Sauerland werden seit 2006 vom LANUV verschiedene umweltepidemiologische Studien konzipiert und wissenschaftlich begleitet. Darüber hinaus werden für Stillende aus ganz NRW seit Anfang 2007 im Auftrag des MKULNV vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münster – Emscher – Lippe kostenlose Muttermilchuntersuchungen auf PFT angeboten.
Diese und weitere Themen werden im LANUV- Fachbericht "Verbreitung von PFT in der Umwelt - Ursachen – Untersuchungsstrategie – Ergebnisse – Maßnahmen“ ausführlich dargestellt. Darin sind zusätzlich auch Information enthalten zu PFT-Untersuchungen an Deponien und Maßnahmen bei relevanten PFT-Indirekteinleitungen u. v. a. m.
LANUV NRW 2011


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