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Ambrosia artemisiifolia

Einbürgerung der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) in NRW verhindern!

Beifuß-Ambrosie
(Foto: Walter Joswig)

Das LANUV bittet um Meldung von Ambrosia-Fundorten!

Bitte melden sie sicher bestimmte oder von Experten geprüfte Beifuß-Ambrosia-Bestände mittels Ambrosia-Meldeformular per email an .

Ambrosia heißt Speise der Götter. Der griechischen Mythologie nach verleiht ihr Genuss auch Unsterblichkeit. Weniger Wohl als Übel ist aber der aus Nordamerika stammenden Beifuß-Ambrosie zuzuschreiben. Es handelt es sich um eine Pflanze, die aufgrund ihrer allergieauslösenden Pollen problematisch ist. Bereits wenige Pollenkörner in der Atemluft können die Entwicklung einer Ambrosia-Allergie mit Heuschnupfen und häufig auch schwerem Asthma bewirken. Durch die späte Blüte kann sich die Leidenszeit von Pollen-Allergikern bis in den Herbst verlängern.

Die Beifuß-Ambrosie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach Südosteuropa eingeschleppt, wo sie sich seit den 50er Jahren invasiv ausgebreitet hat. In Ungarn, Slowenien und der Slowakei ist sie mittlerweile ein schädliches Ackerunkraut. Unbeabsichtigt wird sie vor allem mit sonnenblumenhaltigen Saat- und Futtermischungen nach Mitteleuropa eingeführt. Seit Juni 2011 ist der Handel und die Einfuhr ambrosiahaltiger Futtermittel durch EU-Verordnung verboten.

In Deutschland werden seit wenigen Jahren größere Beifuß-Ambrosia-Bestände beobachtet, mit Schwerpunkten im Mannheim-Ludwigshafener Raum, in Südbrandenburg und in Nordost-Bayern. Die Beifuß-Ambrosie wächst dort an Ruderalstellen, Böschungen, Straßen- und Ackerrändern und scheint sich in der Konkurrenz mit der Wildflora dauerhaft behaupten zu können. Ihre Samen werden durch Erdtransporte, in den Ritzen von Autoreifen, mit Erntemaschinen oder durch den Fahrtwind an Straßenrändern ausgebreitet. Der immer intensivere internationale Güteraustausch und die Klimaerwärmung tragen dazu bei, dass die wärmebedürftige Pflanze sich nach Nordwesten hin ausbreitet, so dass sie auch für Nordrhein-Westfalen eine potentielle Gefahr darstellt.

In Nordrhein-Westfalen tritt die Beifuß-Ambrosie bisher nur unbeständig auf. Sie kommt vor allem in Gärten und an Vogelfutterplätzen zur Entwicklung, wo sie aus mit Ambrosia-Samen verunreinigten Vogelfuttermischungen hervorgeht. Sonnenblumenfelder oder Blühstreifen, die mit verunreinigtem Saatgut angesät worden sind, können auch größere Ambrosia-Bestände hervorbringen. Eingebürgerte Populationen sind aber in NRW bisher nicht bekannt. Um die Einbürgerung auch zukünftig zu verhindern, sollten die Pflanzen nach Möglichkeit vor der Blüte und Samenreife ausgerissen werden. Größere Bestände (> 10 Pflanzen) sind an die zuständigen Behörden zu melden (s.u.). Da Ambrosia-Samen im Boden bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben können, sollten Ambrosia-Fundorte nach Möglichkeit auch in den Folgejahren kontrolliert werden.

Die Beifuß-Ambrosie ist eine einjährige Art. Sie keimt im Frühjahr aus Samen und entwickelt sich zunächst sehr langsam. Erst im Juni wachsen stattliche Pflanzen heran, die eine Größe von bis zu 1,8 Metern erreichen können. Die Blütenstände entwickeln sich ab Mitte Juli. Anfang August, wenn die nächtliche Dunkelphase wieder acht Stunden beträgt, beginnt die Pollenbildung (Kurztagspflanze!). Mit den ersten Frösten im Herbst oder Winter stirbt die Pflanze ab.

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) wird mit dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris) verwechselt, der in Wuchsform, Blattschnitt und Blütenstand der Beifuß-Ambrosie (Name!!) am ehesten ähnelt. Verwechslungen treten gelegentlich auch mit dem Weißen Gänsefuß (Chenopodium album) auf. Dieser hat jedoch keine fiederschnittigen Blätter wie die Beifuß-Ambrosie, sondern ganzrandige bis schwach gelappte Blätter.

Wichtige Unterscheidungsmerkmale

  Beifuß-Ambrosie Gemeiner Beifuß
Blütezeit Entwicklung der Blütenstände ab Mitte Juli, Pollen ab Anfang August Entwicklung der Blütenstände ab Ende Juni, Pollen ab Mitte Juli
Blätter ein- bis zweifach fiederspaltig, gestielt, Blattspreite im Umriss eher dreieckig ein- bis zweifach fiederspaltig, ungestielt, Blattspreite im Umriss eher oval
Behaarung Blattunterseite grün, spärlich behaart Stängel behaart Blattunterseite durch dichte Behaarung weißsilbrig, Stängel kahl
Blütenstand ährenförmige, blattlose ♂ Blütenstände an den Triebspitzen, zur Blütezeit mit gelben Pollen; ♀ Blütenköpfchen in den Blattachseln unterhalb der ♂ Blütenstände auf derselben Pflanze (einhäusig) Zwitterblüten in rispig- durchblätterten Blütenständen
Lebensform einjährig, relativ leicht auszureißen mehrjährig, Stängel verholzend, oft schwer auszureißen

 

Abb. 1: Blatt der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), Blattunterseite grün

Abb. 2: Blatt des Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), Blattunterseite weiß

 

Abb. 3: Blütenstand der Beifuß-Ambrosie mit glockenförmigen ♂ Blütenköpfchen am Stängelende, an der Basis sind die ♀ Blütenköpfchen mit weißlichen, fadenförmigen Narben erkennbar

Abb. 4: Blütenstand des Gemeinen Beifuß

 

Abb. 5: Beifuß-Ambrosie mit 1 - 2fach gefiederten Blättern im Juni

Abb. 6: Blätter des Gemeinen Beifuß

 

Allergiker sollten den Umgang mit der Pflanze grundsätzlich meiden. Auch Nicht-Allergiker sollten zuvor blühende Pflanzen nur mit Atemschutzmasken ausreißen. Wegen bekannt gewordener Hautirritationen nach Kontakt mit der Pflanze sollten dabei außerdem Handschuhe getragen werden. Vor dem Ausreißen sollte die Pflanze mit einer Plastiktüte umgeben werden. Die ausgerissenen Pflanzen sind mit dem Hausmüll zu entsorgen. Junge Pflanzen, die noch keine Blütenstände entwickelt haben, können auch auf den Kompost gelegt werden.

Das Julius Kühn-Institut JKI, Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen, (vormals Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft BBA, Braunschweig) hat ein Aktionsprogramm zur Beseitigung von Ambrosia entwickelt. Ziel ist, die Aufmerksamkeit über Ambrosia in der Bevölkerung zu wecken und durch Mithilfe aller die Pflanzen am Blühen und Fruchten und damit an der selbstständigen Ausbreitung zu hindern. Damit die zuständigen Stellen sich ein Bild über das Schadenspotential und den Einbürgerungsstand machen können, wird um Meldung von Ambrosia-Fundorten gebeten. Bitte melden sie sicher bestimmte oder von Experten geprüfte Beifuß-Ambrosia-Bestände mittels Ambrosia-Meldeformular bei der LANUV per email an: . Die gesammelten Fundortmeldungen werden auch an das JKI weitergeleitet.

Für eine sichere Identifizierung (besonders wichtig bei größeren Beständen) kontaktieren sie bitte die Pflanzenschutzämter (Kreisstellen der Landwirtschaftskammer), das LANUV oder die Biologischen Stationen. Oder fügen sie der Meldung ein aussagekräftiges Bild bei.

      LANUV NRW 2008

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