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| Inhaltsverzeichnis | Seite | ||
| Zusammenfassung |
5 |
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| Summary |
7 |
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| Vorbemerkungen |
9 |
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| 1. | Beurteilungsmaßstäbe zur Bewertung der Luftqualität |
10 |
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| 2. | Messergebnisse und Immissionstrends |
14 |
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| 2.1 | Ergebnisse kontinuierlicher Messungen |
14 |
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| 2.1.1 | Anorganische gasförmige Verbindungen, Schwebstaub |
14 |
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| 2.1.2 | Meteorologische Daten |
36 |
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| 2.2 | Ergebnisse diskontinuierlicher Messungen |
43 |
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| 2.2.1 | Metallverbindungen im Schwebstaub |
43 |
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| 2.2.2 | Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) im Schwebstaub |
50 |
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| 2.2.3 | Ruß |
55 |
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| 2.2.4 | Kohlenwasserstoffe |
56 |
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| 2.2.5 | Polychlorierte Dibenzodioxine und -furane (PCDD/PCDF) |
69 |
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| 2.2.6 | Polychlorierte Biphenyle (PCB) |
74 |
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| Anhang |
77 |
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| Messortliste |
77 |
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| Übersichtskarte |
83 |
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| Impressum | |||
TEMES = Telemetrisches-Echtzeit-Mehrkomponenten-Erfassungssystem;
LRP= Erhebungen zur Erstellung von Untersuchungsberichten, Luftgüteüberwachungsberichten oder Luftreinhalteplänen;
LUQS = Luftqualitäts-Überwachungs-System
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Luftqualität in Nordrhein-Westfalen,
LUQS-Jahresbericht 1998
Zusammenfassung
Der vorliegende Bericht enthält Ergebnisse aus dem Messnetz LUQS (LUft-Qualitäts-Überwachungs-System) des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 1998. Die im folgenden vorgestellten Ergebnisse stammen aus kontinuierlichen und diskontinuierlichen Untersuchungen der Luftqualität, die mit modernsten Messverfahren 1998 im Land Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurden. Beschrieben wird die Luftqualität in den städtischen Ballungsräumen an Rhein und Ruhr (einschließlich bestimmter Belastungsschwerpunkte) sowie an ausgewählten Messorten im ländlichen Raum und in den Waldgebieten von Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse werden anhand einschlägiger Bewertungsmaßstäbe beurteilt. Die Immissionswerte der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) wurden an allen Messorten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1998 deutlich unterschritten.Mit 10 µg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) ist die mittlere Schwefeldioxid-Konzentration im Rhein-Ruhr-Gebiet gegenüber dem Vorjahr nochmals zurückgegangen. Sie lag 1998 auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der kontinuierlichen Messungen in Nordrhein-Westfalen. Der Immissionswert der TA Luft für Schwefeldioxid (140 µg/m³) wurde damit zu 7 Prozent ausgeschöpft.
Bei der Schwebstaub-Konzentration war der Jahresmittelwert 1998 im Rhein-Ruhr-Gebiet mit 40 µg/m3 Luft deutlich geringer als im Vorjahr und lag auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der regelmäßigen Messungen im Jahr 1981. Der Immissionswert der TA Luft für Schwebstaub (150 µg/m³) wurde damit zu 27 Prozent ausgeschöpft.
Die bereits in den vergangenen Jahren sehr niedrige mittlere Kohlenmonoxid-Konzentration ist 1998 im Rhein-Ruhr-Gebiet gegenüber dem Vorjahr nochmals geringfügig auf 0,6 mg/m³ (Milligramm pro Kubikmeter Luft) zurückgegangen. Der Immissionswert der TA Luft für Schwebstaub (10 mg/m³) wurde damit zu 6 Prozent ausgeschöpft.
Mit 35 µg/m3 lag der Jahresmittelwert der Stickstoffdioxid-Konzentration im Rhein-Ruhr-Gebiet geringfügig unter dem Vorjahresergebnis und ca. 20 Prozent unter dem Wert von 1988. Der Immissionswert der TA Luft für Stickstoffdioxid (80 µg/m³) wurde damit zu 27 Prozent ausgeschöpft.
An 10 Tagen des Jahres 1998 wurden Ozon-Einstundenmittelwerte oberhalb des Schwellenwertes für die Unterrichtung der Bevölkerung (180 µg/m3) gemessen. Diese Anzahl entspricht etwa der Häufigkeit in den Jahre 1996 und 1997, sie liegt deutlich unter den 31 Tagen des Jahres 1995. Der Schwellenwert für die Auslösung des Warnsystems (360 µg/m3) wurde 1998 nicht erreicht.
Für Blei und Cadmium wurden im Rhein-Ruhr-Gebiet 1998 gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Konzentrationen beobachtet. Die regionalen Mittelwerte lagen bei 0,04 µg/m³ für Blei und bei 1,4 ng/m³ (Nanogramm pro Kubikmeter Luft) für Cadmium.
Nickel-Konzentrationen oberhalb von 10 ng/m³ (LAI-Langzeitwert für nicht-krebserzeugende Wirkungen) wurden 1998 in Siegen-Haardter Berg mit 23,4 ng/m³, in Duisburg-Meiderich mit 19,4 ng/m³ und in Hagen-Wehringhausen mit 10,5 ng/m³ festgestellt. Im Rhein-Ruhr-Gebiet lag die mittlere Nickel-Konzentration im Jahr 1998 bei 5,1 ng/m³.
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) werden vor allem bei unvollständigen Verbrennungsprozessen freigesetzt (Kohleverarbeitung, Gebäudeheizung mit Kohle, Dieselmotoren etc.). Der LAI-Zielwert von Benzo[a]pyren für ein Krebsrisiko von 1:2500 in Höhe von 1,3 ng/m³ wurde 1998 an 10 von 60 Messorten überschritten. Einen Sonderfall stellt dabei der Messort Duisburg-Bruckhausen dar, der im unmittelbaren Nahbereich der Thyssen-Kokerei liegt. Der Jahresmittelwert von Benzo[a]pyren des Rhein-Ruhr-Gebietes lag mit 0,97 ng/m³ auf dem Niveau des Vorjahres.
Die weitaus wichtigste Verbindung aus der Gruppe flüchtiger Kohlenwasserstoffe ist das krebserzeugende Benzol. Der LAI-Zielwert für Benzol für ein Krebsrisiko von 1:2500 von 2,5 µg/m³ wurde 1998 an insgesamt 25 von 63 Messorten überschritten. Eine besondere Rolle spielen dabei Messorte im Einflussbereich des Kraftfahrzeugverkehrs, an denen teilweise Jahresmittelwerte von etwa 10 bis 12 µg/m³ registriert wurden. Der mittlere Benzolwert für das Rhein-Ruhr-Gebiet erreichte mit 2,35 µg/m³ im Jahr 1998 den niedrigsten Wert der bisherigen Messreihen.
Messungen von polychlorierten Dibenzodioxinen und Dibenzofuranen (PCDD/PCDF) in der Außenluft wurden 1998 an fünf Messorten im Rhein-Ruhr-Gebiet durchgeführt. Der Messort Duisburg-Wanheim liegt in unmittelbarer Nachbarschaft (Entfernung < 500 Meter) bedeutender industrieller Quellen (Metall-Recycling). An allen Messorten war im Jahr 1998 ein Rückgang der Jahresmittelwerte gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Außer in Duisburg-Wanheim wurde an allen anderen Messorten der vom LAI diskutierte Richtwert von 150 fg I-TE/m³ im Jahr 1998 deutlich unterschritten.
Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden 1998 an fünf Messorten im Rhein-Ruhr-Gebiet gemessen. Die Jahresmittelwerte der PCB lagen 1998 zwischen 0,9 ng/m³ und 2,0 ng/m³ (Summe der Tri- bis Decachlorbiphenyle). Für die Bewertung der PCB in der Außenluft gibt es keine Richt- oder Grenzwerte. Für die Innenraumluft hat das ehemalige Bundesgesundheitsamt einen Vorsorgewert von 300 ng PCB/m³ herangezogen.
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Air Quality in North Rhine-Westphalia,
LUQS-Annual Report 1998
Summary
The mean level of sulphur dioxide of 10 µg/m³ (micrograms per cubic metre air) reached 7 percent of the corresponding air quality standard of the TI Air (140 µg/m³). This is the lowest level ever recorded in North Rhine-Westphalia.
Concerning total suspended particles, the yearly mean value of the Rhine-Ruhr-area recorded in 1998 reached with 40 µg/m³ the smallest value since the beginning of monitoring in 1981. This level corresponds to 27 percent of the air quality standard of the TI Air (150 µg/m³).
For carbon monoxide, the mean level of the Rhine-Ruhr-area was reduced to 0.6 mg/m³ (milligrams per cubic metre air) in 1998 corresponding to 6 percent of the air quality standard of the TI Air (10 milligrams per cubic metre air).
With 35 µg/m3, the mean level of nitrogen dioxide recorded within the Rhine-Ruhr-area in 1998 is found slightly smaller than in 1997 and 20 percent smaller than the level of 1988. The level of 1998 corresponds to 44 percent of the air quality standard of the TI Air (80 µg/m³).
In 1998, the public was informed in near real time on 10 days of ozone levels exceeding 180 µg/m³ . The ozone warning level of 360 µg/m³ was not reached or exceeded in 1998 in North Rhine-Westphalia.
Concerning lead and cadmium, the mean levels observed within the Rhine-Ruhr-area in 1998 were nearly unchanged compared to 1997. Regional mean values were found close to 0.04 µg/m³ for lead and close to 1.4 ng/m³ (nanograms per cubic metre air) for cadmium.
Nickel-concentrations in excess of 10 ng/m³ (LAI-target value for non-carcinogenic effects) were found in 1998 at the monitoring sites in Siegen-Haardter Berg with 23.4 ng/m³, in Duisburg-Meiderich with 19.4 ng/m³ and in Hagen-Wehringhausen with 10.5 ng/m³. Within the Rhine-Ruhr area, a mean nickel level of 5.1 ng/m³ was observed in 1998.
Polycyclic aromatic hydrocarbons (PAH) are emitted primarily by incomplete combustion processes (e.g. carbon processing, domestic heating with carbon, diesel engines). The LAI-target value of benzo[a]pyren for a total risk of 1:2500 (1.3 ng/m³) was exceeded at 10 of 60 monitoring sites in 1998. A particular case is the monitoring site Duisburg-Bruckhausen which is located next to a coking plant (Thyssen). The mean level of benzo[a]pyren recorded in 1998 within the Rhine-Ruhr-area was 0.97 ng/m³. This is close to the level of 1997.
The carcinogenic benzene is the most important compound of the group of volatile hydrocarbons (VOC). The LAI-target value for a total risk of 1:2500 ( 2.5 µg/m³) was exceeded in 1998 at 25 of 63 monitoring sites in total. Monitoring sites influenced by heavy road traffic revealed the highest yearly mean values with 10 to 12 µg/m³. The mean level of benzene recorded in 1998 within the Rhine-Ruhr-area reached 2.35 µg/m³. This is the lowest level recorded since the beginning of regular monitoring.
In 1998, polychlorinated dibenzodioxines and dibenzofuranes (PCDD/PCDF) in ambient air were monitored at 5 sites. The monitoring site Duisburg-Wanheim was located next ( in a distance less than 500 metres) to major industrial sources (recycling of metals). At all monitoring sites, the yearly mean values recorded in 1998 are smaller than in 1997. The discussed LAI-target value of 150 fg I-TE/m³ was exceeded in 1998 only at the site Duisburg-Wanheim.
Concentration levels of polychlorinated biphenyles (PCB) in ambient air were monitored in 1998 at 5 sites within the Rhine-Ruhr area revealing yearly mean values between 0.9 ng/m³ and 2 ng/m³ (Sum of Tri- to Decachlorbiphenyles). Ambient air quality standards or guide values for PCB are not available. For indoor air, a precaution level of 300 ng PCB/m³ was applied by former Bundesgesundheitsamt.
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Vorbemerkungen
Zur Ermittlung der Luftqualität in Nordrhein-Westfalen betreibt das Landesumweltamt NRW (LUA NRW) entsprechend den Anforderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ein mehrstufiges, aufeinander abgestimmtes Luftqualitäts-Messsystem aus kontinuierlich registrierenden ortsfesten Immissionsmessstationen, mobilen Messcontainern, diskontinuierlichen Messprogrammen. Das seit Ende der 70er Jahre in NRW arbeitende Messsystem wurde aufgrund der aktuell geltenden und zu erwartenden mess- und informationstechnischen Anforderungen neukonzipiert (Luftqualitäts-Überwachungs-System: LUQS). In diesem Rahmen wurde die Anzahl der Messstationen im Ballungsraum Rhein-Ruhrgebiet von ehemals 76 auf 51 Stationen zurückgeführt. Dafür werden in einigen großen Städten/ Verdichtungsräumen NRW´s, in denen bisher noch keine Messstation eingerichtet war, Stationen neu aufgestellt.
Diese Luftqualitätsmessungen ermöglichen die Beurteilung der kurzzeitigen sowie der langfristigen Immissionsverhältnisse in NRW. Sie liefern die Grundlagen für Umweltentlastungs- und Vorsorgemaßnahmen, schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der Luftreinhaltung.
Dieser Bericht soll ferner den Umweltbehörden zeitnahe, belastbare Immissionsdaten als Entscheidungsbasis bereitstellen sowie die Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Luftqualität in NRW informieren.
Die Luftqualitätsüberwachung im Land Nordrhein-Westfalen erfolgte auch im Jahr 1998 sowohl durch kontinuierliche als auch durch diskontinuierliche Mehrkomponentenmessungen. Die Ergebnisse dieser stationsbezogenen Immissionsmessungen werden in diesem Bericht als Jahreskenngrößen 1998 sowohl im Hinblick auf die räumliche Struktur der Belastung wie auch auf die Veränderung gegenüber den Vorjahren dargestellt. Dazu wird für eine Auswahl von luftverunreinigenden Stoffen der langjährige Trend wiedergegeben. Die Kenngrößen werden aufgeführt für den Bereich der Untersuchungsgebiete (die ehemaligen Belastungsgebiete - weitgehend identisch mit den heutigen Untersuchungsgebieten) und für eine Reihe von Sektoren, Verdichtungsgebieten oder Messorten außerhalb dieses Ballungsraumes.
Zur Beurteilung der Ergebnisse der Luftqualitätsüberwachung 1998 sind Tabellen mit den geltenden Grenz-, Immissions-, Schwellen-, MIK- und Zielwerten vorangestellt sowie zur Übersicht über die Messstationen/-orte eine Standortliste einschließlich einer Karte beigefügt.
Der Bericht basiert auf den Tätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei der Messplanung, Messsystembetreuung, bei der Probenaufbereitung und Analyse sowie bei der Datenauswertung zuverlässige, eigenverantwortliche Arbeit leisteten.
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1. Beurteilungsmaßstäbe zur Bewertung der Luftqualität
Nach dem in den deutschen Umweltgesetzen verankerten Vorsorgeprinzip sind Schädigungen durch Umweltschadstoffe grundsätzlich zu vermeiden, bzw. auf ein nach dem Stand der Technik erreichbares Mindestmaß zu beschränken. Nachfolgend sind Immissionsgrenzwerte zur Beurteilung der Luftqualität aufgelistet, die in unterschiedlichen Rechtsvorschriften niedergelegt sind.
| Tabelle 1: | Immissionswerte, Grenzwerte, Schwellenwerte, MIK-Werte und LAI-Zielwerte zur Beurteilung der Luftqualität (Konzentrationen in µg/m³; für Kohlenmonoxid in mg/m³) |
|---|
| Luftverunreinigender Stoff und Zeitbezug | Erläuterung | Immissions-/Grenz-/ Ziel-/ Schwellen-/ MIK-Wert | Vorschrift/ Richtlinie |
|---|---|---|---|
|
Schwefeldioxid |
|
140 (IW1) 400 (IW2) 120 350 1000 (0,5-h-MIK-Wert) 300 (24-h-MIK-Wert) |
TA Luft TA Luft 22. BImSchV14) 22. BImSchV14) VDI-2310, Bl. 11 VDI-2310, Bl. 11 |
|
Schwebstaub |
|
150 (IW1) 150 300 (IW2) 300 500 (1-h-MIK-Wert) 250 (24-h-MIK-Wert) 75 (Jahres-MIK-Wert) |
TA Luft/EG 22. BImSchV14) TA Luft 22. BImSchV14) VDI-2310, Bl. 19 VDI-2310, Bl. 19 VDI-2310, Bl. 19 |
|
Stickstoffdioxid |
|
80 (IW1) 200 (IW2) 200 200 (0,5-h-MIK-Wert) 100 (24-h-MIK-Wert) |
TA Luft TA Luft 22. BImSchV14) VDI-2310, Bl. 12 VDI-2310, Bl. 12 |
|
Stickstoffmonoxid |
1000 (0,5-h-MIK-Wert) 500 (24-h-MIK-Wert) |
VDI-2310 VDI-2310 |
|
|
Ozon |
|
110 180 240 (Kriterien s. Vorbem.) 360 120 (0,5-h-MIK-Wert) |
22. BImSchV14) 22. BImSchV14) BImSchG, § 40 a 22. BImSchV14) VDI-2310, Bl. 15 |
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Kohlenmonoxid |
|
10 (IW1) 30 (IW2) 50 (0,5-h-MIK-Wert) 10 (24-h-MIK-Wert) 10 (Jahres-MIK-Wert) |
TA Luft TA Luft VDI-2310 VDI-2310 VDI-2310 |
|
Benzol |
|
2,5 (LAI-Zielwert) |
LAI 15) |
| Jahresmittelwert | 15 (10) | 23. BImSchV16) | |
|
Blei |
|
2 |
TA Luft |
|
Cadmium |
|
1,7 (LAI-Zielwert) 30 |
LAI15) TA Luft |
|
Ruß |
|
14 |
23. BImSchV16) |
Erläuterungen zu Tabelle 1:
1) kennzeichnet langfristige Einwirkung,
2) kennzeichnet kurzzeitige Einwirkung; darf von maximal 2 % der Halbstundenwerte eines Kalenderjahres überschritten werden,
3) darf von maximal 50 % der Tagesmittelwerte im Zeitraum 01.04. eines Jahres bis 31.03. des Folgejahres überschritten werden,
4) darf von maximal 2 % der Tagesmittelwerte im Zeitraum 01.04. bis 31.03. des Folgejahres überschritten werden,
5) Jahresmittel für den Zeitraum 01.04. bis 31.03. des Folgejahres,
6) darf von maximal 5 % der Tagesmittelwerte im Zeitraum 01.04. bis 31.03. des Folgejahres überschritten werden,
7) bis zu 3 aufeinanderfolgende Stunden
8) einmalige Exposition; 150 µg/m3 an aufeinanderfolgenden Tagen
9) darf von maximal 2 % der Stundenmittelwerte eines Kalenderjahres überschritten werden,
10) "Schwellenwert für den Gesundheitsschutz" (länger andauernde Luftverunreinigung),
11) "Schwellenwert für die Unterrichtung der Bevölkerung",
12) "Schwellenwert für die Auslösung des Warnsystems",
13) Konzentrationswert für die Auslösung von Verkehrsverboten gem. Kriterien des BImSchG, § 40 a bis e; vergleiche hierzu Vorbemerkungen, Kapitel 1.3.
14) Die Immissionswerte (für Ozon: Schwellenwerte) der 22. BImSchV sind identisch mit den Immissionswerten der EU-Richtlinien 80/779/EWG, 85/203/EWG und 92/72/EWG.
15) Zielwert des LAI (Länderausschuss für Immissionsschutz)
16) Dreiundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (Verordnung über die Festlegung von Konzentrationswerten - 23. BImSchV).
Die Bewertung der Immissionen der krebserzeugenden Stoffe Arsen, Cadmium, Benzol und PAK, stellt ein besonderes Problem dar, da aus medizinischer Sicht eine Unbedenklichkeitsschwelle für derartige Stoffe nicht angegeben werden kann. Eine Arbeitsgruppe des Länderausschusses für Immissionsschutz (LAI) hat in mehrjähriger Arbeit "Beurteilungsmaßstäbe zur Begrenzung des Krebsrisikos durch Luftverunreinigungen" erarbeitet und 1992 veröffentlicht. In dieser Studie wurden folgende Stoffe behandelt:
- Arsen und anorganische Arsenverbindungen,
- Asbest,
- Benzol,
- Cadmium und Cadmiumverbindungen,
- Dieselrußpartikel,
- PAK (Benzo[a]pyren),
- 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (TCDD).
Die Bewertung basiert auf den sogenannten "unit risk"-Werten, die das geschätzte Krebsrisiko eines Menschen nach konstanter Exposition über 70 Jahre gegenüber einer Konzentration von 1 µg Schadstoff pro m³ Luft beschreiben. Die Werte sind in der folgenden Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Unit risk-Werte für bestimmte krebserzeugende Stoffe
|
Stoff |
Unit risk [1/(µg/m³)] |
| Arsen |
4 * 10-3 |
| Asbest1) |
2 * 10-5 |
| Benzol |
9 * 10-6 |
| Cadmium |
1,2 * 10-2 |
| Dieselruß |
7 * 10-5 |
| PAK (BaP) |
7 * 10-2 |
| 2,3,7,8-TCDD |
1,4 |
|
1) bezogen auf 100 Fasern/m³ | |
Das tatsächliche Risiko für einen einzelnen Stoff erhält man aus dem Produkt des unit risk-Wertes mit der jeweiligen Konzentration (Jahresmittelwerte).
Grundsätzlich ist bei solchen Betrachtungen zu berücksichtigen, dass Risikowerte der oben erwähnten Art eher eine quantitative Beschreibung einer Gefährdungssituation für bestimmte Orte und nicht definitive Risiken für einzelne Personen darstellen. Die Zahlenwerte beschreiben das Risiko einer Modellpopulation, die 70 Jahre lang gegenüber den jeweiligen mittleren Stoffkonzentrationen exponiert ist.
Tabelle 3: Bewertungsmaßstäbe für bestimmte krebserzeugende Stoffe bei unterschiedlichem Gesamtrisiko
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Stoff |
Gesamtrisiko |
Einheit |
||
|
1:1000 |
1:2500 |
1:5000 |
||
| Arsen | 13 | 5 | 2,5 | ng/m³ |
| Asbest | 220 | 88 | 44 | Fasern/m³ |
| Benzol | 6,3 | 2,5 | 1,3 | µg/m³ |
| Cadmium | 4,2 | 1,7 | 0,8 | ng/m³ |
| Dieselruß | 3,8 | 1,5 | 0,8 | µg/m³ |
| PAK (BaP) | 3,2 | 1,3 | 0,6 | ng/m³ |
| 2,3,7,8-TCDD | 39 | 16 | 7,8 | fg/m³ |
Mittlerweile wurde auch für Nickel ein Langzeitwert von 10 ng/m³ abgeleitet. Er ist durch die sensibilisierende Wirkung von Nickel begründet. Bei Einhaltung dieses Wertes ist auch ein messbares Risiko für Krebserkrankungen nicht zu erwarten.
Die unit risk-Werte wurden von der LAI-Arbeitgruppe im Rahmen eines sogenannten Synthesemodells verwendet. Dieses Modell ermöglicht die Angabe von Bewertungsmaßstäben für krebserzeugende Stoffe für verschiedene Gesamtrisiken. Ein Gesamtrisiko von 1:2500 bedeutet beispielsweise, dass das gesamte Krebsrisiko, das von allen Luftverunreinigungen ausgeht, auf 1:2500 begrenzt wird. Dieses Gesamtrisiko schließt auch alle nicht explizit und einzeln betrachteten Stoffe mit ein, da hierfür "Risikoreserven" berücksichtigt wurden. Wichtig ist an dieser Stelle jedoch die Feststellung, dass das gesamte von Luftverunreinigungen ausgehende Krebsrisiko maximal 2 % des insgesamt existierenden Krebsrisikos ausmacht. 98 % sind durch andere Faktoren bestimmt (Nahrungsmittel, Trinkwasser, Rauchen etc.).
Zur Bewertung von polychlorierten Dibenzodioxinen und -furanen wird die toxikologische Wirkung der Dioxine und Furane auf Organismen als Summe der Wirkung aller in Frage stehenden Einzelverbindungen beurteilt. Dabei benutzt man die relative Toxizität der einzelnen 2,3,7,8-chlorsubstituierten PCDD/PCDF, ausgedrückt als I-TEQ (Internationale Toxizitätsäquivalente). Dem sogenannten "Seveso-Dioxin" (2,3,7,8-TCDD) wird dabei das Toxizitätsäquivalent 1 zugeordnet. Die auf 2,3,7,8-TCDD bezogene Äquivalentkonzentration (I-TE) einer Umweltprobe wird durch Multiplikation des vorhandenen Gehaltes jedes einzelnen der siebzehn 2,3,7,8-Kongenere mit den ihnen zugewiesenen Toxizitätsäquivalentfaktoren (I-TEF) und anschließender Addition der Einzelbeträge berechnet.
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