Textanfang.
Ammoniakquellen
Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung
In Deutschland hat sich, abgesehen von einem leichten Rückgang der Ammoniakemissionen zwischen 1990 und 1992, der überwiegend auf den Abbau der Tierbestände und dem verminderten Einsatz stickstoffhaltiger Mineraldünger in den neuen Ländern zurückzuführen ist, an den Emissionen der Landwirtschaft von rund 621 kt/a während des letzten Jahrzehnts wenig geändert. Der Anteil der Landwirtschaft aus Tierhaltung und Düngeranwendung liegt dabei bei über 90 % des gesamten Ammoniakaufkommens im Jahre 1999.

Abb.: NH3-Emissionen nach Sektoren in Deutschland (* Schätzwerte) (Quelle: UBA, Daten zur Umwelt)
Grundlage für die Berechnung der Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft sind die statistischen Tierbestandsdaten, der Düngemittelverbrauch bzw. die Düngemittelproduktion sowie entsprechende NH3-Emissionsfaktoren pro Tier bzw. Tiergruppe. Je nach Berechnungsverfahren und Differenzierungsgrad der Emissionsfaktoren finden Haltungsformen und Bestandsgröße der Tiere sowie die Lagerung und Ausbringung des Wirtschaftsdüngers Berücksichtigung (UBA-Texte 05/02).
Die Angaben zur differenzierten Betrachtung der Hauptemissionsquellen für Ammoniak aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung (100 %) in die Bereiche Stall - Wirtschaftsdüngerlagerung - Wirtschaftsdüngerausbringung - Weidehaltung weichen je nach Autor stark voneinander ab. Nach den Ergebnissen des nationalen Ammoniak-Emissionsinventars (Döhler et al. 2002) werden die Ammoniak-Emissionen aus der Nutztierhaltung zu ca. 37 % im Stall, zu 20 % bei der Stallmistlagerung, zu ca. 39 % bei der Ausbringung des Stallmistes und zu 4 % bei der Weidehaltung von Nutztieren verursacht. [KTBL-Schrift 406, (Seite 63, Eberhard Hartung)]
Unter den Tiergruppen ist es die Rindviehhaltung, die mit ca. 60 % den größten Anteil an den Ammoniakemissionen der landwirtschaftlichen Tierhaltung hat, gefolgt von der Schweinehaltung mit 27 % und der Geflügelhaltung mit ca. 9 %. Innerhalb der Rindviehhaltung werden bei der Stallmistausbringung die höchsten Ammoniakemissionen, (ca. 49 %) freigesetzt, während es bei der Schweinehaltung die Stallemissionen sind, die mit ca. 58 % den größten Anteil ausmachen. [ UBA-Texte 05/02, (Tab. 4.8)]
Ammoniakemissionsfaktoren
Die TA Luft 2002 hat in Tabelle 11 des Anhangs 1 Ammoniakemissionsfaktoren aufgelistet. Damit können unter ungünstigen Bedingungen zu erwartende Ammoniakemissionen in Abhängigkeit von der Tierart, Nutzungsrichtung, Aufstallung, Wirtschaftsdüngerlagerung und der Tierplatzzahl berechnet werden.
Ammoniakemissionsfaktoren für Anlagen zum Halten oder zur Aufzucht von Nutztieren *)
(Quelle: Tabelle 11, TA Luft 2002)
| Tierart, Nutzungsrichtung, Aufstallung, Wirtschaftsdüngerlagerung | Ammoniak- emissionsfaktor [kg/(Tierplatz * a)] |
| Mastschweine | |
| Zwangslüftung, Flüssigmistverfahren (Teil oder Vollspaltenböden) | 3,64 |
| Zwangslüftung, Festmistverfahren | 4,86 |
| Außenklimastall, Kistenstall (Flüssig- oder Festmistverfahren) | 2,43 |
| Außenklimastall, Tiefstreu- oder Kompostverfahren | 4,86 |
| Ferkelerzeugung (Zuchtsauenhaltung) | |
| Alle Bereiche und Aufstallungsformen (Zuchtsauen inkl. Ferkel bis 25 kg) | 7,29 |
| Legehennen | |
| Käfighaltung mit belüftetem Kotband | 0,0389 |
| Volierenhaltung mit belüftetem Kotband | 0,0911 |
| Bodenhaltung/Auslauf (Entmistung 1 mal je Durchgang) | 0,3157 |
| Mastgeflügel | |
| Masthähnchen, Bodenhaltung | 0,0486 |
| Enten | 0,1457 |
| Puten | 0,7286 |
| Milchvieh | |
| Anbindehaltung, Fest- oder Flüssigmistverfahren | 4,86 |
| Liegeboxenlaufstall, Fest- oder Flüssigmistverfahren | 14,57 |
| Laufstall, Tiefstreuverfahren | 14,57 |
| Laufstall, Tretmistverfahren | 15,79 |
| Mastbullen, Jungvieh inkl. Aufzucht (0,5 bis 2 Jahre) | |
| Anbindehaltung, Fest- oder Flüssigmistverfahren | 2,43 |
| Laufstall, Flüssigmistverfahren | 3,04 |
| Laufstall, Tretmistverfahren | 3,64 |
*) Weichen Anlagen zum Halten oder zur Aufzucht von Nutztieren wesentlich in Bezug auf Tierart, Nutzungsrichtung, Aufstallung, Fütterung oder Wirtschaftsdüngerlagerung von den in der Tabelle genannten Verfahren ab, können auf der Grundlage plausibler Begründungen (z.B. Messberichte, Praxisuntersuchungen) abweichende Emissionsfaktoren zur Berechnung herangezogen werden.
In der Handlungsempfehlung zur Beurteilung von Ammoniakimmissionen im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Tierhaltungsanlagen in NRW wurde eine ergänzende Tabelle mit Ammoniakemissionsfaktoren veröffentlicht.
Ammoniakemissionsfaktoren für Genehmigungsverfahren
(Quelle: Anhang II der Handlungsempfehlung)
| Tierart | Haltung | E-Faktoren [kg/Platz * a] | Wert aus angegebener Kategorie der NL- Richtlinie**) |
|---|---|---|---|
| Legehennen | Käfighaltung mit belüftetem Kotband | 0,0389 | |
| Lagerung | 0,05 | E 6.4 | |
| Legehennen | Käfighaltung auf Gülle | 0,083 | E 2.1 |
| Lagerung | 0,045 | E 1.1 | |
| Legehennen | Bodenhaltung | 0,0486 | |
| Masthähnchen | Bodenhaltung | 0,0486 | |
| Junghennen | Kotbandtrocknung | 0,02 | E 1.5.1 |
| Lagerung | 0,03 | E 6.4 | |
| Truthühner | Bodenhaltung | 0,7286 | |
| Mastschweine | Zwangslüftung, Flüssigmistverfahren | 3,64 | |
| Zuchtsauen mit Ferkeln | alle gängigen Haltungsarten | 7,29 | |
| Sauen ohne Ferkel, Jungsauen, Mastschweine | alle gängigen Haltungsarten | 3,64 | Eber | 5,5 | D 2.4 | Mastrinder | Festmist; Laufstall | 3,64 |
| Kälber (< 8 Monate) | Fest-, Flüssigmist | 2,5 | A 5.1 |
| Mastbullen, Jungvieh (> 8 Monate) | Fest-, Flüssigmist | 7,2 | A 5.2 |
| Milchkühe | Liegeboxen; Festmist | 14,57 |
**) NL-Durchführungsverordnung: "Änderung der Ausführungsregelung für Ammoniak und Viehhaltung",
Staatsanzeiger 31. Mai 2000, Nr. 105/Seite 31 VROM, LNV
LANUV NRW 2012


Natur
Umwelt
Verbraucherschutz
Agrarwirtschaft

