Schnellnavigation
Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen
Link zur Startseite des LANUV NRW
Suche
Textanfang.

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel sollen -ganz allgemein- die Pflanzen vor Organismen schützen, die Schäden verursachen. Sie bestehen in der Regel aus einem oder mehreren Wirkstoffen und Beistoffen, die dem Mittel die gewünschten Eigenschaften verleihen. In breiter Anwendung finden sich vor allem Herbizide zur "Beikrautregulation", Fungizide zur Bekämpfung von pilzlichen Krankheiten und Insektizide zur Bekämpfung von Schadinsekten, z.B. Blattläusen. Derzeit werden in Deutschland jährlich etwa 28500 t an Pflanzenschutzmittelwirkstoffen ausgebracht.

Neben dem Anwendungsziel, den Pflanzenertrag zu sichern, können sich aus der Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln unerwünschte Einflüsse auf die Umwelt ergeben. Die eingesetzten Chemikalien unterliegen je nach Stoffeigenschaften unterschiedlichen Verlagerungsprozessen. So finden sich heute diverse Pflanzenschutzmittelwirkstoffe im Grund- und Oberflächenwasser wieder.

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist rechtlichen Regelungen unterworfen. Ein Überblick über diese Regelungen und Hinweise zur guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz finden sich auf der Homepage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

 

Pflanzenschutzmittel im Oberflächenwasser

Der bedeutsamste Eintragspfad für Pflanzenschutzmittel (PSM) in die Gewässer basiert auf dem landwirtschaftlichen Einsatz. In diesem Bereich werden in NRW jährlich über 1000 t aufgewendet und demzufolge ist hier das höchste Belastungspotential zu erwarten. PSM-Wirkstoffe gelangen aber auch aus anderen , nicht landwirtschaftlichen Bereichen in die Umwelt. Hierzu zählt vor allem die Anwendung von PSM in Wohn- und Gewerbegebieten, die letztendlich über Kanalsysteme und kommunale Kläranlagen zu einem Eintrag ins Gewässer führt. In Kläranlagen erfolgt meist keine oder nur eine geringe Eliminierung der PSM, weshalb sie so ungehindert in die Gewässer gelangen können.

PSM sind hochwirksame Stoffe, die schon in sehr geringen Konzentrationen die aquatische Lebensgemeinschaft schädigen und zu kostenintensiven Maßnahmen bei der Trinkwassergewinnung führen können. In den vergangenen Jahren basierte die Beurteilung der PSM- Belastung insbesondere auf den Auswirkungen bei der Trinkwassergewinnung. Der in der deutschen Trinkwasserverordnung festgelegte Grenzwert ist 0,1 µg/L pro Einzelwirkstoff.

Nach Erhebungen und Abschätzungen des Umweltbundesamtes für 1993/94 betragen die Gesamteinträge in die Gewässer in Deutschland etwa 30 t/a mit einem Unsicherheitsbereich zwischen 10 und 70 t/a. Das sind etwa 0,1 % der angewandten Mengen. Die modellierten Pfade gibt die Abbildung wieder.

Die Abschwemmung dürfte wahrscheinlich der bedeutendste aller Beiträge sein. Die Frachten der deutschen Flüsse liegen in der gleichen Größenordnung wie die hier dargestellten geschätzten Emissionen.

Ausführlich werden die in den Jahren 1995 - 2000 in Routine- und Sondermessprogrammen gewonnenen Untersuchungsergebnisse zu Konzentrationen von PSM-Wirkstoffen in den in NRW untersuchten Flussgebieten im Gewässsergütebericht 2001 dargestellt und ausgewertet.

Nachdem die PSM-Belastung des Rheins in den 80er Jahren drastisch abgenommen hat, zeigt sie nunmehr nur noch eine schwach rückläufige Tendenz, bei der immer wieder einmal der Trinkwassergrenzwert überschritten wird. Problemstoffe sind nach wie vor Atrazin, Diuron und Isoproturon.

Zeitreihe Atrazin im Rhein

Entwicklung der Atrazin-Belastung im Rhein

Zeitreihe Diuron im Rhein

Entwicklung der Diuron-Belastung im Rhein

Parameter 1990 1991 1992 1993 1994 1995
Mittel Max. Mittel Max. Mittel Max. Mittel Max. Mittel Max. Mittel Max.
Glyphosat

-

-

-

-

0,05 0,05 0,074 0,22 0,05 0,05

-

-

AMPA

-

-

-

-

0,543 0,6 0,54 0,77 0,243 0,37

-

-

?-HCH 0,005 0,21 0,005 0,005 0,005 0,005 0,009 0,041 0,005 0,019 0,005 0,013
Diuron 0,05 0,08 0,05 0,054 0,05 0,05 0,05 0,11 0,05 0,068 0,025 0,039
Atrazin 0,081 0,13 0,083 0,16 0,05 0,089 0,057 0,12 0,054 0,14 0,028 0,081
Chlortoluron 0,05 0,14 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05 0,12 0,025 0,025
Isoproturon 0,05 0,12 0,085 0,17 0,072 0,16 0,05 0,081 0,127 0,36 0,036 0,11
Chloridazon 0,102 0,15 0,05 0,05 0,05 0,13 0,05 0,094 0,05 0,05 0,025 0,025
Malathion 0,01 0,01 0,01 0,01 0,034 0,149

-

-

0,01 0,02 0,011 0,05

Ausgewählte Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel im Rhein bei Bad Honnef [µg/l]

      LANUV NRW 2012

Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen