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Projekte

Das LANUV führt im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Natur, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW diverse Projekte durch, in denen Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Bereiche in NRW erkundet werden sollen.

Die Projekte sind Teil der Anpassungspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen und wurden mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen finanziert. Weitere Informationen zum Thema Anpassung an den Klimawandel sowie die Anpassungsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen finden Sie im Internet unter:

    Zurzeit werden am LANUV die folgenden Projekte durchgeführt:

Atmosphäre und Klima

Fortschreibung des Treibhausgas-Emissionsinventars: Das THG-Emissionsinventar NRW dokumentiert die Emissionsentwicklungen der Treibhausgase Kohlendioxid, Methan, Lachgas, HFC, PFC und SF6 in NRW. Ziel des Projektes ist es, das Treibhausgas-Emissionsinventar NRW ab dem Jahr 2005 nach den aktuellen IPCC-Guidelines 2006 im LANUV fortzuführen. Eine entscheidende Neuerung dabei ist die Einbindung der Emissionsberichte des Emissionshandels in das Inventar.

Einfluss der Wetterverhältnisse auf das Emissionsverhalten von Kläranlagen: In diesem Projekt werden von der Ingenieurgesellschaft Niemann und Partner (Bochum) im Auftrag des LANUV bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen (v.a. unterschiedlichen Lufttemperaturen) die Emissionen klimarelevanter Gase an den verschiedenen Anlagenteilen einer repräsentativen kommunalen Kläranlage über einen Zeitraum von ca. einem Jahr. So sollen Zusammenhänge zwischen den mikrobiologischen Aktivitäten und Abläufen in den einzelnen Anlagenteilen und den Wetterbedingungen hergestellt werden. So kann abgeschätzt werden, ob unter geänderten klimatischen Bedingungen Änderungen im Betriebsablauf erforderlich sind.

Räumliche Strukturen regionaler Klimaprojektionen:
Vom LANUV werden derzeit umfassende Informationen über die räumlichen Strukturen des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen erarbeitet. Dazu werden regionale Klimaprojektionen bei größtmöglicher räumlicher Auflösung analysiert und im Hinblick auf Änderungen typischer mittlerer Klimagrößen und der dazu gehörigen Extremwerte ausgewertet.

Simulation konvektiver Bewölkung und Niederschläge:
Im Rahmen eines LANUV-Projekts wurde untersucht, wie sich konvektive Starkniederschläge in Nordrhein-Westfalen mit dem Klimawandel verändern. Dazu wurden beobachtete Extremniederschläge und regionale Klimaprojektionen ausgewertet.

Biologische Vielfalt und Naturschutz

Ermittlung Klimawandel bedingter Veränderungen im Rahmen des Biomonitorings, Methodenentwicklung für ein Monitoring klimasensitiver Tierarten: Im Rahmen einer Pilotstudie wird vom Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster im Auftrag des LANUV und MUNLV für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten (z.B. Säugetiere, Brutvögel, Libellen, Tagfalter) sowie für alle FFH-Lebensraumtypen ermittelt, wie sich der Klimawandel voraussichtlich auswirken wird und welche Arten/Lebensräume vermutlich zu den "Klimagewinnern" bzw. "Klimaverlieren" gehören. Im Anschluss an diese Empfindlichkeitsanalyse wird dann geprüft, für welche Arten grund¬sätzlich ein verbesserter Biotop¬verbund sowie die Optimierung der Lebensräume als Anpassungsstrategie plausibel erscheinen. Abschließend werden dann für ausgewählte Arten konkrete Anpassungsstrategien erarbeitet.

Leicht erfassbare Faunengruppen wie Libellen und Tagfalter sollen in das landesweite Biodiversitätmonitoring des LANUV integriert werden. Neben der Entwicklung geeigneter Methoden erfolgt die Organisation von landesweit repräsentativen Kartierungen ausgewählter klimasensitver und leicht erfassbarer Arten. Als weiterer Baustein im Biodiversitätsmonitoring Nordrhein-Westfalen kann dann eine sogenannte base-line für Nordrhein Westfalen abgeleitet werden, die den Zustand vor dem Einsetzen weitreichender Klimaänderungen beschreibt.

Boden

Humusmonitoring Ackerflächen NRW: In einem vom LANUV initiierten Humusmonitoring-Projekts soll über 15 Jahre untersucht werden, wie mittels Quantifizierung von Gehalt- und Vorratsänderungen von organischem Kohlenstoff die Funktion der Böden als Kohlenstoffspeicher (Humusgehalt) unter geänderten klimatischen Bedingungen ermittelt werden kann. Im Rahmen des Projektes wurde von der Universität Bonn ein Verfahren entwickelt, wie schneller abbaubare Humusfraktionen mittels einer infrarot-spektroskopischen Methode abgeschätzt werden können.

Gefährdung landwirtschaftlicher Böden durch Regenerosion:In einem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Köln und Bonn wird im Auftrag des MKULNV eine Trendanalyse zur jährlichen Niederschlagserosivität, zur potenziellen Verschiebung des Jahresgangs der Erosivität sowie Untersuchungen zu deren räumlichen Verteilung in Nordrhein Westfalen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Trendanalysen sind eine wichtige Grundlage für die Entwicklung künftiger Anpassungsstrategien zur Vermeidung von Bodenerosion.


Hydrologie

Extremwertstatistische Untersuchungen von Starkniederschlägen in NRW, Veränderung in Dauer, Intensität und Raum: In dem vom LANUV an die Ingenieurbüros aqua-plan GmbH (Aachen), Dr. Papadakis GmbH (Hattingen) sowie Hydro&Meteo GmbH &Co. KG (Lübeck) vergebenen Vorhabens erfolgte eine Bewertung der Veränderung des Starkregenverhaltens seit 1950 in Nordrhein-Westfalen, differenziert nach Ereignisdauer und Auftretenswahrscheinlichkeit. Grundlagen sind die Niederschlagsdaten des Landes, der Wasserverbände und des DWD. Darauf basierend könnte die Ausrichtung des Hochwasserschutzes, der Siedlungswasserwirtschaft, und auch des Bodenschutzes im Hinblick auf Starkregenereignisse angepasst werden.

Wasserhaushalt im Wald – Aufbau und Anwendung eines Wasserhaushaltmodells für ein lokales Wassereinzugsgebiet im östlichen Sauerland: Auf der Basis langjähriger lokaler Messreihen wurde in diesem Projekt im Auftrag des LANUV der Wasserhaushalt (Transpiration, Versickerung, Wasservorratsänderung im durchwurzelten Bodenprofil, Dauer und Ausmaß von Trockenphasen) für ein Waldgebiet in der montanen Höhenzone berechnet. Die Veränderung der Wasserhaushaltsgrößen wurde dabei in Abhängigkeit von Klimaszenarien, Geländedifferenzierung und Waldbestockung dargestellt.



Einfluss des Klimas auf die Entwicklung von Grundwasserständen: Anhand der in Nordrhein-Westfalen zahlreich vorliegenden langjährigen Grundwassermessungen wird in diesem Projekt im Auftrag des LANUV von der Arbeitsgemeinschaft DHI-WASY GmbH (Köln) und GIT HydroS Consult GmbH GHC (Freiburg) untersucht, ob die klimatische Veränderung der letzten Jahrzehnte bereits die Höhenlage des Grundwasserspiegels beeinflusst hat. So sollen einerseits regionale Verknappungen der Grundwasservorkommen, andererseits Vernässungsgebiete bei Grundwasseranstieg frühzeitig erkannt werden.

Gewässergütemodellierung/ Modellierung von Wärmeleitungen in Oberflächengewässer: In dem Projekt werden auf Basis von Klimaszenarien Wärmeeinleitungen und ihre Auswirkung auf die Gewässergüte modelliert. Mit Hilfe der Ergebnisse können Auswirkungen von Wärmeeinleitungen im Rahmen von wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren prognostiziert und berücksichtigt werden.

Städte und Ballungsräume

Klimagerechte Metropole Köln (Köln_21): In diesem Gemeinschaftsprojekt mit dem Deutschen Wetterdienst sollen konkrete Planungsempfehlungen zur Anpassung der Stadt Köln an die Auswirkungen des Klimawandels erarbeitet werden. Schwerpunkte werden die zunehmenden Hitzeperioden sowie der Umgang mit zukünftig erwarteten Starniederschlagsereignissen sein.

      LANUV NRW 2011

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