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Folgen des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen
Natur und Umwelt sind komplexe sensible Systeme, die durch vielfältige Wechselwirkungen und Stoffflüsse zwischen den verschiedenen Kompartimenten Atmosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre, Pedosphäre und Kryosphäre gekennzeichnet sind. Sie passen sich langfristig an die klimatischen Gegebenheiten in einem Gebiet an. Diese ändern sich nun durch den Klimawandel, was wiederum Folgen in Natur und Umwelt mit sich bringt. Auch in Nordrhein-Westfalen sind Auswirkungen des Klimawandels bereits zu beobachten. Beispielsweise hat sich die Vegetationsperiode (Zeitpunkt vom Blühbeginn der Salweide bis zur Blattverfärbung bei der Stieleiche) von 1951 bis 2008 um 16 Tage verlängert.

Abb. 1: Länge der Vegetationsperiode (Daten DWD)

Abb. 2: Der Bienenfresser, ein Klima-Gewinner.
Foto: J. Weiss

Abb. 3: Die Kleine Moosjungfer gehört zu
den Klima-Verlierern, ihre Bestände nehmen ab.
(Foto: M. Woike)
Die Veränderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse sowie die zunehmende Häufigkeit von Extremereignissen können einen direkten Einfluss auf Jahresrhythmus, Verhalten, Fortpflanzung, Konkurrenzfähigkeit und Nahrungsbeziehung von Arten haben. Arealverschiebungen von Arten und Ökosystemen können die Folge sein. In den letzten drei Jahrzehnten ist bereits eine deutliche Ausbreitung von wärmeliebenden Arten (v. a. mediterranen und submediterranen Arten) zu verzeichnen. Zahlreiche Beispiele gibt es bei Vögeln, Libellen, Heuschrecken und Spinnen. So hat der kälteempfindliche Grünspecht in den letzten Jahren in NRW stark zugenommen. Der Bienenfresser (Abb. 2), der bis vor kurzem nur im Mittelmeerraum vorkam, brütet seit den 1990ern als extrem seltener Brutvogel erfolgreich in der Kölner Bucht. Zum anderen ist festzustellen, dass kälteliebende Arten in kühlere Regionen abwandern.

Abb. 4: Die Robinie schafft es zunehmend in NRW,
sich über Samen zu verbreiten
(Foto: C. Seidenstücker)
Wärme liebende, gebietsfremde Arten (Neobiota) können sich zum Teil erst durch die Temperaturerhöhung etablieren, expandieren und so die einheimischen Lebensgemeinschaften nachhaltig verändern. So kann beispielsweise bei der Robinie (Abbildung 4) beobachtet werden, dass diese sich in NRW zunehmend generativ vermehren kann. Bis vor einigen Jahren kam sie aufgrund der für sie zu kurzen Vegetationsperiode nicht zur Samenreife. Eine Ausbreitung erfolgte allein vegetativ über Ausläufer.
LANUV NRW 2010


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