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Boden- Dauerbeobachtungs- Flächen

Böden entstanden über Jahrtausende in einer großen Vielfalt von Formen und Eigenschaften aus unterschiedlichen Gesteinen und unter dem Einfluss unterschiedlicher Klimate, aber zunehmend auch anthropogener Bodennutzung.

Gerade in Ballungsräumen mit industrieller Vorgeschichte konnten sich Schadstoffeinträge aus Luft und Regenwasser im Laufe der Jahre in den Böden anreichern. Die Menge der weiter verbreiteten Säuren aus Verbrennung, einschließlich Verkehr und industriellen Prozessen haben zwar abgenommen, ihre Einträge in Böden überschreiten aber noch verbreitet die Pufferkapazität von Böden.

Karte von NRW mit den Standorten der Boden-Dauerbeobachtungen

Dies wurde zum Anlass genommen, in NRW vorrangig das Dauerbeobachtungsprogramm im Hinblick auf die Wirkung belastungsspezifischer Einflüsse anzulegen. Als Instrument des vorsorgenden Bodenschutzes werden in NRW exemplarisch ausgewählte Böden auf bisher 21 Standorten (siehe Karte) auf die Entwicklung ihrer physikalisch-chemischen und biologischen Eigenschaften untersucht. Veränderungen von Bodenfunktionen durch Schadstoffeinträge sind nur schwer zu erkennen und finden zudem meist schleichend statt. Das primäre Ziel der Bodendauerbeobachtung in NRW ist deshalb die Erfassung von Veränderung und Entwicklung der Böden in Zeitreihenmessungen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen, rechtzeitig darüber informieren und irreversible Schäden abwehren zu können.

Entsprechend erwarteter Reaktionen der Böden auf die Schadstoffeinwirkungen werden sich langsam verändernde bodenphysikalische und -chemische Parameter nur im Turnus von 10 Jahren bestimmt. Das Bodenleben reagiert schneller auf Veränderungen. Aus diesem Grund werden mikrobiologische Untersuchungen in regelmäßigeren Abständen von 1-3 Jahren und bodenfaunistische Erhebungen alle 5 Jahre durchgeführt. Anhand der Daten kann abgeschätzt werden, ob die Entwicklung der Böden und ihre Funktionsfähigkeit eine negative oder positive Tendenz aufweist.

Die Schadstoffbelastung der Böden trat vor allem durch die zunehmende Waldschadensentwicklung ins öffentliche Interesse, so dass der überwiegende Anteil der Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) auf versauerungsgefährdeten und schadstoffbelasteten Wald- und Forstflächen angelegt wurde. Erst später kamen Grünlandflächen hinzu, die im Einflussgebiet von Schwermetallemittenten lagen und bei denen kurz- bis mittelfristig mit Einschränkungen von Nutzung oder anderer Bodenfunktionen aufgrund der Schwermetallanreicherung im Boden zu rechnen war. Ackerflächen wurden bisher nicht in das Monitoring-Programm eingebunden.

Sieben der untersuchten Waldflächen sind gleichzeitig als Dauerbeobachtungsflächen in das Level II-Programm der europaweiten Waldzustandsüberwachung integriert. Dort werden neben den bodenkundlichen Untersuchungen Immissions- und Klimamessungen, Untersuchungen des Sickerwassers sowie vegetationskundliche Aufnahmen durchgeführt.

Das Landesumweltamt wird mit den Untersuchungen des Dauerbeobachtungsprogramms den gesetzlichen Anforderungen, Böden "... auf Veränderungen der physikalischen, chemischen und biologischen Bodenbeschaffenheit in unterschiedlichen zeitlichen Abständen zu untersuchen ... um den Zustand und die Veränderung der Beschaffenheit von Böden zu erkennen und zu überwachen, ..." (§ 6 Abs.3 LBodSchG) gerecht.

Einen Überblick sowie Einzelheiten zum Stand der BDF in NRW sind in dem Bericht "Bodendauerbeobachtung in NRW - Konzeption und Sachstand" und im Berichts-Anhang dokumentiert.

Ergebnisse zu bodenbiologischen Untersuchungen können im Bericht "Bodenbiologische Untersuchungen auf den Bodendauerbeobachtungsflächen in Nordrhein-Westfalen von 1995-2007" eingesehen werden.

      LANUV NRW 2009

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