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Bodenbiologie

Regenwürmer tragen maßgeblich zur Streuzersetzung und Durchmischung in Böden bei.

Wie meist im Leben kommt es auch bei den Böden auf die inneren Werte an: zahlreiche Tiere wie Regenwürmer, Schnecken, Asseln, Milben, Spinnentiere, Springschwänze, Tausendfüßer sowie die Larven von Käfern, Zweiflüglern und Schmetterlingen leben verborgen im Mineralboden und in der Streu. Gräbt man im Gartenboden, kommt man dennoch Regenwürmern, die für den Abbau der anfallenden Streu eine wesentliche Rolle spielen, und anderen Bodentieren relativ schnell auf die Spur.

Aber das Wesentliche bleibt auch in den Böden für die Augen - zumindest ohne technischen Support eines Mikroskops - unsichtbar, denn eine unvorstellbar große Anzahl von Mikroorganismen erhält lebenswichtige Funktionen der Böden aufrecht. Zu diesen Mikroorganismen zählen Bakterien, Pilze, Algen und Protozoen.

Ein im Boden weit verbreitetes Bakterium der Familie der Aktinomyceten (Strahlenpilze). Streptomyceten produzieren Geosmin, ein ätherisches Öl, das den typischen erdigen Geruch der Waldböden verursacht.

Untersuchungen zur Biomasse der Mikroorganismen und ihrer Enzymaktivitäten geben Auskunft über die natürliche Fruchtbarkeit von Böden, denn durch die Ab- und Umbautätigkeiten dieser winzigen Lebewesen werden Nährstoffe aus der organischen Substanz wieder verfügbar gemacht und können von den Pflanzen aufgenommen werden. Die Lebensraumfunktion der Böden wird im Rahmen des nordrhein-westfälischen Boden-Dauerbeobachtungsprogramms durch die Erhebung von mikrobieller Biomasse und ihrer Aktivität sowie von Regenwürmern und Kleinringelwürmern, stellvertretend für die gesamte Bodenfauna untersucht. Diese Untersuchungen machen auch hinsichtlich der ökologischen Bewertung der Böden einen wichtigen Bestandteil der Boden-Dauerbeobachtung aus.

Als Photosynthese betreibende Erstbesiedler extremer Standorte wie Steinoberflächen sind Algen die Primärproduzenten organischer Substanz. In Böden sind Algen weder in ihrer Menge noch bodenbiologischer Bedeutung so relevant wie Pilze und Bakterien.

Bodenbiologische Untersuchungen sind aber auch geeignet, um Schadstoffbelastungen in Böden zu beurteilen. Ergänzend zu chemischen Analysen können hiermit synergistische Effekte verschiedener Schadstoffe oder die negative Wirkung von Substanzen, die chemisch nicht bestimmt wurden, festgestellt werden. Im bodenbiologischen Labor des LUA werden zahlreiche bodenmikrobiologische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse von Proben aus dem Freiland oder Lysimeterversuchen können zur Grenzwertableitung von Schwermetallen oder schädlichen organischen Schadstoffen wie PAK und PCB im Bodenschutz verwendet werden.

      LANUV NRW 2009

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