Schnellnavigation
Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen
Link zur Startseite des LANUV NRW
Suche
Textanfang.

Stand der Altlastenbearbeitung in NRW

Die Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen führen Kataster der erhobenen altlastverdächtigen Flächen und Altlasten und schreiben diese fort. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW führt aufgrund der Angaben der Kreise und kreisfreien Städte eine landesweite Datei über altlastverdächtige Flächen und Altlasten. Der Stand der Altlastenbearbeitung in Nordrhein-Westfalen wird durch das LANUV veröffentlicht. Nachfolgend ist der Stand der Erfassung, der Gefährdungsabschätzung und der Stand des Einsatzes von Sanierungsverfahren in Nordrhein-Westfalen dargestellt.

 

Stand der Altlasten-Erfassung in NRW

Bis Anfang 2010 wurden dem LANUV durch die Kreisordnungsbehörden 75.370 Altablagerungen und Altstandorte gemeldet. In dieser Zahl sind auch Flächen enthalten, die im Rahmen einer flächendeckenden Erhebung als Altablagerung oder Altstandort identifiziert und noch nicht hinsichtlich des „Altlastenverdachts“ bewertet wurden. Bestandteil dieser Zahl sind auch Flächen, die als altlastverdächtig eingestuft wurden sowie bereits untersuchte oder sanierte Flächen.

Die zeitliche Entwicklung der erfassten Altablagerungen und Altstandorten von 1985 bis 2010 ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.

Abb. 1: Entwicklung der erfassten Altlast-Verdachtsflächen und Altlasten von 1985 - 2010

In Abbildung 1 ist dargestellt, wie sich die Erfassung von Altlast-Verdachtsflächen und Altlasten in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Beachtenswert ist, dass die Zunahme der Anzahl der Flächen in den letzten Jahren im Wesentlichen durch die gestiegene Anzahl der bekannten Altstandorte verursacht wurde.

 

Gefährdungsabschätzung und Sanierung

Der zum 31.01.2010 ermittelte Stand der konkreten Maßnahmen zur Untersuchung und Sanierung von Altlasten in Nordrhein-Westfalen ist in Tabelle 1 wiedergegeben.

Tab. 1: Stand der weitergehenden Arbeiten im Altlastenbereich in NRW (Stand: 31.01.2010)

Bei den angegebenen Gefährdungsabschätzungen handelt es sich um diejenigen Fälle, bei denen über die Erfassungsbewertung hinaus orientierende Untersuchungen und, bei Bestätigung des Gefahrenverdachtes, Detailuntersuchungen für eine abschließende Gefahrenbeurteilung begonnen oder abgeschlossen wurden.

 

Einsatz von Sanierungsverfahren und MNA-Konzepten

Für die Sanierung von Altlasten und anderen Bodenbelastungen können Sicherungs- und Dekontaminationsverfahren sowie Maßnahmen zur Beseitigung oder Verminderung schädlicher Veränderungen der physikalischen, chemischen oder biologischen Beschaffenheit des Bodenseingesetzt werden. Dekontaminationsverfahren sind technische Verfahren zur Beseitigung, Umwandlung oder Verringerung von umweltgefährdenden Stoffen in den Umweltmedien Boden, Wasser und Bodenluft. Diese Verfahren lassen sich nach dem Ort ihres Einsatzes unterscheiden; man spricht von In-situ-, On-site- und Off-site-Verfahren.

Bei den In-situ-Verfahren handelt es sich um Verfahren, mit deren Hilfe die im Untergrund befindlichen Stoffe ohne ein Bewegen des Bodens oder ein Heben des Grundwassers biologisch, physikalisch oder chemisch behandelt werden, um sie aus dem Boden oder dem Grundwasser zu entfernen, in unschädliche Stoffe umzuwandeln oder deren Ausbreitung zu verhindern.
Bei den On-site-Verfahren wird der kontaminierte Boden aufgenommen, an Ort und Stelle mit geeigneten technischen Verfahren behandelt und anschließend wieder eingebaut. Diese Art der Sanierung erfolgt in mobilen Anlagen.
Bei der Off-site-Behandlung werden verunreinigte Böden in zentralen, vom Anfallort entfernten, stationären Anlagen behandelt. Diese Anlagen sind für die Behandlung von verunreinigten Böden unterschiedlichen Ursprungs (Altlasten, sonstige Bodenverunreinigungen) bestimmt.

Der Erhebungsstand der Anwendung von Sanierungsverfahren (überwiegend On-site- und Off-site-Verfahren) in Nordrhein-Westfalen bezieht sich zwar auf den 31.01.2006. Die prozentuale Verteilung der eingesetzten Verfahren hat sich allerdings gegenüber den Auswertungen der früheren Erhebungen vor 2006 nicht wesentlich geändert. Deshalb kann angenommen werden, dass diese Angaben näherungsweise den aktuellen Sanierungsstand wiedergeben. So wurden bautechnische Einschließungsverfahren (Sicherungsverfahren) in 30,8 % aller Sanierungsfälle eingesetzt, während die klassischen Dekontaminationsverfahren für den Boden (Thermik, Mikrobiologie, Bodenwäsche) in 6,7 % der Sanierungsfälle zum Einsatz kamen. In ca. 70,1 % aller Sanierungsfälle wurde (Boden-) Material extern auf Deponien abgelagert. Damit stellt die externe Ablagerung den größten Anteil der technischen Maßnahmen bei Altlastensanierungen dar. Daneben finden bzw. fanden bei 11,3 % aller Sanierungsfälle Umlagerungen auf der Altlastenfläche statt (Umlagerung on-site). Hydraulische Maßnahmen bzw. pneumatische Maßnahmen (Bodenluft, Deponiegas) haben einen Anteil von ca. 11,5 % bzw. 11,9 % an den bisher durchgeführten Sanierungsfällen. Bei über 40 % aller Fälle wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt, so dass die Summe der Anteile mehr als 100 % ergibt.

Die Anwendung von innovativen In-situ-Sanierungsverfahren in der gesättigten Zone und MNA-Konzepten (Monitored Natural Attenuation) wurde in Nordrhein-Westfalen mit Stand Mai 2009 durch das LANUV mit Hilfe der Angaben der Kreise und kreisfreien Städte ermittelt.

Gegenüber dem bereits 2007 ermittelten Anwendungsstand von In-situ-Verfahren und MNA-Konzepten ist ca. eine Verdoppelung und damit ein deutlicher Anstieg der Anwendung zu verzeichnen. Das LANUV hat eine Querschnittsauswertung der Erhebung von In-situ-Verfahren und MNA-Konzepten in Nordrhein-Westfalen durchgeführt, der eine Tabelle mit wesentlichen Grunddaten der Einzelfälle angefügt ist. Die Auswertung bezieht sich für In-situ-Verfahren auf

  • Angaben zu behandelten Schadstoffen,
  • die Art der eingesetzten Verfahren sowie
  • den Anwendungsstand.

Ergänzend wurden für MNA-Prozesse folgende Informationen ausgewertet:

  • Maßgebende Prozesse
  • Anteil der Maßnahmen mit Quellensanierung
  • Rückfalloptionen bei MNA-Prozessen
Weitergehende Informationen zu jedem Einzelfall enthalten die im LANUV vorliegenden Datenblätter. Ziel dieser Zusammenstellung von Grunddaten zu den Einzelfällen ist es, anhand von Fallrandbedingungen Kenntnis über ähnlich gelagerte Fälle erhalten zu können, um bei Bedarf gezielt Erfahrungen und weitere Daten bei den behördlichen Ansprechpartnern vor Ort erfragen zu können.

Eine bundesweite Übersicht über Fälle mit In-situ-Sanierungen in der gesättigten Zone und eine Übersicht über MNA-Konzepte wurde durch den Altlastenausschuss (ALA) der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz mit Stand Oktober 2009 erarbeitet. Die bundesweite Zusammenstellung enthält insgesamt 269 Sanierungsfälle mit In-situ-Maßnahmen für die gesättigte Bodenzone oder das Grundwasser sowie zusätzlich 95 MNA-Konzepte.

Nutzerkreis sowohl der bundesweiten als auch der nordrhein-westfälischen Datensammlung sind die Unteren Umweltschutzbehörden. Weitergehende Informationen zu den Einzelfällen können über das LANUV erhalten werden. Bei Bedarf kann Kontakt zu den für die Einzelfallbearbeitung zuständigen Behörden hergestellt werden.

      LANUV NRW 2010

Diese Seite drucken Dieses Fenster schließen