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Altlasten in NRW

Situation in Nordrhein-Westfalen

Auf Grund der langen industriellen und bergbaulichen Geschichte vieler Teile Nordrhein-Westfalens ist hier die Anzahl der altlastverdächtigen Flächen und Altlasten besonders hoch.

Ehemalige Zeche und Kokerei im Ruhrgebiet

Der Wandel der Wirtschaftsstruktur macht die Aufbereitung von zahlreichen altlastverdächtigen Zechen-, Industrie- und Verkehrsbrachen für eine neue Nutzung erforderlich. Spezifische Altlastenprobleme stellen sich auch bei militärischen Liegenschaften, die in erheblichem Umfang für eine anderweitige Nutzung freigegeben wurden und werden.

Lösungsansätze und Aktivitäten des Landes

Nordrhein-Westfalen hat Altlastenfragen schon früh aufgegriffen und seither eine Vielzahl von Maßnahmen und Initiativen zu einem umfassenden Konzept verknüpft.

Das Hauptgewicht des Landeskonzepts liegt bei der Unterstützung der Kreise, kreisfreien Städte und kreisangehörigen Gemeinden. Die kommunalen Verwaltungen stehen in zweierlei Hinsicht vor großen Anforderungen: Sie haben auf der einen Seite den überwiegenden Teil des Vollzugs bei der Abwehr von Gefahren wahrzunehmen, die von Altlasten ausgehen. Auf der anderen Seite stellen die Bauleitplanung und die Zulassung baulicher Vorhaben kommunale Aufgaben dar, die, besonders bei der Flächenreaktivierung, untrennbar mit Altlastenfragen verbunden sind.

Das Land bietet den Kommunen deshalb gezielte, auf die jeweilige Problemstellung zugeschnittene Hilfen, vor allem geeignete rechtliche Instrumente, finanzielle Entlastung und eingehende fachliche Unterstützung.

Fachinformationssystem "Altlasten und schädliche Bodenveränderungen" (FIS AlBo)

Nach § 9 LBodSchG ist es Aufgabe des LANUV, die landesweite Datei über altlastverdächtige Flächen, Altlasten, Verdachtsflächen und schädliche Bodenveränderungen zu führen. Nachdem eine Anforderungsanalyse ergeben hatte, dass das vorhandene Informationssystem "Altlasten" (ISAL) aus fachlichen und DV-technischen Gründen zur Aufgabenerfüllung ungeeignet ist, wurde das neue Fachinformationssystem FIS AlBo in Teilschritten programmiert und nach einer Testphase im Juni 2006 offiziell in Betrieb genommen. Ab Ende 2006 steht zusätzlich ein GIS-Modul zur Verfügung.

Die Einzelfalldaten werden von den unteren Bodenschutzbehörden erhoben und in FIS AlBo eingegeben. Betrieb und Pflege der Datenbank erfolgen durch das LANUV NRW. Die in FIS AlBo aus der ehemaligen ISAL-Datenbank migrierten Daten werden von den unteren Bodenschutzbehörden nachbearbeitet, fortgeschrieben und ergänzt.

FIS AlBo ermöglicht

  • das strukturierte Ablegen der erhobenen Daten, Tatsachen und Erkenntnissen einer Vielzahl erfasster altlastverdächtiger Flächen, Altlasten, Verdachtsflächen und schädlichen Bodenveränderungen,.
  • eine effiziente Datenübermittlung und einen Abgleich mit kommunalen DV-Systemen (z. B. über einen Web-Service oder eine XML-Schnittstelle) und.
  • einen Austausch mit anderen Umwelt-Datenbanken..

Die Web-Lösung ermöglicht darüber hinaus den unteren Bodenschutzbehörden das System für ihre Arbeit zu nutzen, soweit sie nicht selbst über ein eigenes DV-System verfügen.

FIS AlBo dient insbesondere folgenden Zwecken:

  • Informationsgrundlage für die unteren Bodenschutzbehörden und in § 10 LBodSchG aufgeführte Behörden
  • Datengrundlage für statistische Auswertungen, insbesondere Ermittlung des Standes der Arbeiten
  • Informationsaustausch und Erkenntnisgewinn für den Vollzug (z. B. Angaben der eingesetzten Sanierungsverfahren)
  • Informationsgrundlage für die Bauleitplanung und das Brachflächenrecycling
  • Grundlage für die Information der Öffentlichkeit und betroffener Bürger
  • Grundlage für die nationale und EU-Berichterstattung.

Die Entwicklung von FIS AlBo erfolgte in enger Abstimmung mit den gedachten Nutzern des Systems. Der Staatliche kommunale Kooperationsausschuss AIV hatte bereits in 2003 der Entwicklung und Einführung von FIS AlBo zugestimmt.

Der Zugriff auf FIS AlBo erfolgt entweder direkt aus dem LVN bzw. für die Kommunen aus dem TESTA-Netz.

      LANUV NRW 2009

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