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Information für Humanmediziner

Kuhpocken werden von infizierten Tieren durch direkten Kontakt mit infektiösem Gewebe oder Sekreten über Hautläsionen übertragen, vermutlich auch über Tröpfcheninfektion. Die Läsionen und Krusten enthalten große Mengen Viren.

Eine Mensch zu Mensch-Übertragung von Kuhpocken ist ungewöhnlich, es ist jedoch prinzipiell davon auszugehen, dass über Hautläsionen eine Ansteckung erfolgen kann. Personen, die noch eine Pockenschutzimpfung erhielten (Jahrgänge vor 1972), erkranken nicht oder haben einen leichteren Erkrankungsverlauf als Personen ohne Impfung. Dies ist ein Grund, warum die Kuhpockenerkrankung meist bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auftritt. Ferner werden Schmuse- oder Hausratten überwiegend von jüngeren Menschen gehalten.

Die Inkubationszeit bei Kuhpocken beträgt in der Regel 1 bis 2 Wochen. Die Erkrankungen bei Menschen verlaufen meist als lokalisierter Hautausschlag. Die Hautläsionen heilen erst nach mehreren Wochen unter Krustenbildung und Vernarbung ab. Betroffen sind meist die Extremitäten (Hand) oder das Gesicht. Typisch ist auch eine starke Schwellung um die Hautläsion, Rötung sowie eine ausgeprägte Lymphknotenschwellung in den regionalen Lymphknoten. Die Läsionen und die Lymphknoten sind schmerzhaft. Erkrankte können über Fieber und Unwohlsein klagen. Häufig kommt es zur Bindehautentzündung des Auges, wobei die Viren durch Reiben der Augen in das Auge gelangen.

Auch wenn die Mehrzahl der humanen Infektionen mit Kuhpockenviren selbstlimitierend verläuft, können schwerwiegende Komplikationen vor allem bei Infektionen des Auges auftreten.

Läsionen müssen mit einem Wundverband vollständig abgedeckt werden, um Schmierinfektionen zu vermeiden. Dies sollte solange erfolgen, bis der Schorf abgefallen ist. Die Verwendung von Handschuhen, Atemschutz und Schutzbrille beim Säubern der Käfige, das Waschen kontaminierter Wäsche bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel und die Entsorgung infektiösen Abfalls in einem dichten Kunststoffsack über den Hausmüll wird empfohlen.

      LANUV NRW 2009

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